Bitte laut und deutlich sprechen

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Kategorie: Kinder, Kindergarten und Schule
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 10. July 2010 07:00 - 46133 Hits

blondesmaedchenLaut und deutlich soll sie sein. Kein Nuscheln, kein Stottern und kein Poltern – ja, die Anforderungen an unsere Sprache sind hoch. Aber das Sprechen ist ja auch das Kommunikationsmittel Nummer 1 und somit äußerst wichtig. Die Grundlagen für das Sprechen werden im frühsten Kindesalter gelegt. Um so wichtiger ist es, dass Du von Anfang an viel Wert auf eine gute Sprache legst und die Sprachentwicklung Deines Kindes genau beobachtest und förderst. Sprachstörungen können sich auf das ganze Leben auswirken.

Foto: korkey / pixelio.de

Was sind Sprachstörungen, welche Ursachen haben sie, wie erkennst Du sie und wie können Sprachstörungen vor allem behandelt und behoben werden. Antworten auf diese Fragen bekommst Du von adeba.de.

Sprach- und Sprechstörungen sind gar nicht so selten. Untersuchungen haben gezeigt, dass fast jedes vierte Vorschulkind davon betroffen ist. Besonders häufige sind Auffälligkeiten in der Aussprache, also zum Beispiel das Lispeln. Je früher eine Auffälligkeit erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance, dass die Sprachstörung behoben werden kann.

Welche Sprachstörungen gibt es ?

Grundsätzlich wird zwischen Sprach- und Sprechstörungen unterschieden. Zu den Sprechstörungen zählt  zum Beispiel das Stottern und dabei sind die Artikulationsorgane und der Sprechfluss betroffen. Bei den Sprachstörungen hingegen handelt es sich um Probleme im Bereich der Grammatik und des Wortschatzes.

Die wichtigsten Sprechstörungen sind

  • Stottern, ein gestörter Redefluss mit Pausen und Einschüben 
  • Poltern, eine undeutliche/verwaschene Aussprache durch zu schnelles Sprechen und das Verschlucken von einzelnen Lauten 
  • Dyslalien, Störungen der Lautbildung, z.B. Lispeln 
  • Dysglossien, Artikulationsstörungen durch Veränderung der Sprechorgane 

Die wichtigsten Sprachstörungen sind

  • kindliche Sprachentwicklungsverzögerung 
  • Störungen der Schriftsprache (Dyslexie und Dysgraphie) 
  • Störungen im Sprachverständnis 
  • Aphasie (Störungen mit Sprachaufbau und Sprachverlust) 
  • Grammatikalische Störungen 
  • Sprechapraxie (Störungen in erlernten Handlungsabläufen) 

Gründe für Sprachstörungen

Sprachstörungen haben verschiedene Ursachen. So können sie durch einen Schlaganfall verursacht werden oder durch ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Unfall oder durch anatomische Probleme im Gesichtsbereich. Auch psychische Faktoren können eine Rolle spielen. Um die richtige Behandlung bzw. Therapie zu wählen, ist es wichtig, die genaue Ursache für die Sprach- bzw.- Sprechstörung festzustellen.

Was tun?

Sobald Du bei Deinem Kind eine sprachliche Auffälligkeit bemerkst bzw. eine sprachliche Entwicklungsverzögerung vermutest, wende Dich an einen Experten, also zu erst an den Kinderarzt und dann zum Beispiel an einen Logopäden. Einmal wissen diese Experten ganz genau, über welche sprachlichen Fähigkeiten Dein Kind im jeweiligen Alter bereits verfügen sollte, welche Verzögerungen noch unbedenklich sind und zum anderen welche Maßnahmen gegen bestehende Störungen getroffen werden können.

Wenn Dein Kind gar nicht spricht, also der Spracherwerb komplett ausbleibt, dann kann das beispielsweise an einer Hörschädigung liegen – auch eine solche Beeinträchtigung erschwert es Deinem Kind zu sprechen.

Durch eine logopädische Behandlung können viele Störungen behoben oder zumindest deutlich abgemildert werden. Oft werden verschiedene Sprachübungen durchgeführt, die Dein Kind zusammen mit dem Logopäden absolviert.

Vorbeugen bzw. Sprachentwicklung unterstützen

Grundsätzlich gilt, Du kannst die Sprachentwicklung Deines Kindes nicht beschleunigen, aber da kannst für optimale Bedingungen sorgen und Dein Kind so unterstützen und fördern. Ganz wichtig ist auch hier eine gute Beziehung zum Kind. Darüber hinaus achte auf folgende Dinge:

  • Wenn Du mit Deinem Kind sprichst, dann schau es an. 
  • Höre Deinem Kind zu. 
  • Lass Dein Kind aussprechen. 
  • Verbessere Dein Kind nicht während es redet. 
  • Lass es nicht Nachsprechen. 
  • Lach es nicht aus. 
  • Wiederhole in vollständigen, aber nicht komplizierten Sätzen das, was Dein Kind gesagt hat. 
  • Schau zusammen mit Deinem Kind Bilderbücher an. 
  • Lies Deinem Kind vor bzw. spätere ermutige es zum Selberlesen, Es gibt eine riesige Auswahl an schönen Kinderbüchern und so ein Buch ist auch immer schönes Geschenk.
  • Nimm Dir Zeit für Dein Kind und diese Zeit sollte ungeteilt sein und regelmäßig. 
  • Sprich mit Deinem Kind und ermutige es zum Sprechen bzw. Erzählen.
  • Sei Vorbild – achte auf Deine eigene Sprache, das heißt Aussprache, Wortwahl und auch Satzstellung. 
Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V.   bietet eine Vielzahl an Broschüren und Faltblättern rund um das Sprechen zum Download an. Und bei der Suche nach konkreten Ansprechpartnern kannst Du Dich zum Beispiel an Deinen Kinderarzt, die Krankenkasse oder auch die Kassenärztliche Vereinigung wenden.

 

Weiterführender Link:
  Bücher zum Thema Sprachförderung bei Kindern


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