Mehr Rechte für Väter unehelicher Kinder in Deutschland

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Kategorie: Neuigkeiten
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 04. December 2009 10:47 - 8281 Hits

vaterundsohn1Traurig aber wahr, die Zeiten der Bilderbuchfamilie scheinen lange vorbei zu sein. So wachsen immer mehr Kinder bei nur einem Elternteil auf, vorwiegend bei der Mutter. Klar, es gibt einen Vater, aber in den wenigstens Fällen spielt der im Leben des Kindes eine tragende bzw. aktive Rolle. In Deutschland können Väter von unehelichen Kinder bald erheblich mehr Rechte bekommen. Ausschlaggebend ein Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichts.

Foto: Dirk Schelpe / pixelio.de

In Deutschland gilt bisher die gesetzliche Regelung, dass Väter von unehelichen Kindern das Sorgerecht nur dann ausüben dürfen, wenn die Mutter damit einverstanden ist. Während also geschiedene Partner in der Regel das gemeinsame Sorgerecht erhalten, hat ein unverheirateter Vater schlechte Karten. Selbst bei langjähriger Partnerschaft und dem Zusammenleben in einer (nichtehelichen) Lebensgemeinschaft bekommt der Vater ohne die Zustimmung der Mutter kein Sorgerecht. Für engagierte Väter bitter, aber in Deutschland leider Realität.

Ein lediger deutscher Vater hat nun gegen diese offensichtliche Ungleichbehandlung geklagt und vom Europäischen Menschenrechtsgericht Recht bekommen. Die Richter stellten fest, dass die Bevorzugung von einer unverheirateten Mutter gegenüber dem ledigen Vater ein eindeutiger Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention darstellt. Das derzeit in Deutschland geltende Recht diskriminiert ledige Väter gegenüber Frauen und auch gegenüber geschiedenen Vätern. 

Als 1. Reaktion stellt die amtierende Justizministerin immerhin eine Neuregelung in Aussicht. In den meisten europäischen Ländern gilt übrigens auch eine andere Sorgerechtsregelung, da besteht auch bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften ein gemeinsames Sorgerecht.

Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung letztendlich handeln wird – eine klare Richtung ist immerhin vorgegeben. 
Und genau die Richtung könnte auch der ein oder andere Vater einschlagen und sich ermutigt fühlen, künftig eine aktive Rolle im Leben seines Kindes zu spielen. Das Kind wird es ihm danken. 


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