Ausfluss bei der Frau

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 15. February 2010 07:00 - 13509 Hits

frauenbauch2Das Du als Frau täglich ein wenig Ausfluss aus der Scheide hast – das ist normal. Du kennst das auch schon lange und es beunruhigt Dich auch nicht wirklich. Bei vielen Frauen setzt so ein Ausfluss um die Zeit vor der Pubertät ein und dauert dann bis zur Zeit der Wechseljahr mehr oder weniger an. Der Ausfluss ist dabei nicht immer gleich. Er verändert sich z.B. im Laufe des Zyklus und ist während des Eisprungs oder kurz vor der Regelblutung stärker als normal. In der Regel ist er geruchslos, weißlich-milchig und in einer wenig bedenklichen Menge. Du kannst damit eigentlich auch gut leben.

Foto: Susanne Berndobler / pixelio.de

Mit der Slipeinlage ist die Wäsche geschützt und Du fühlst Dich sicher und wohl. Aufmerksam solltest Du allerdings unbedingt werden, wenn

  • Du die Slipeinlage mehrmals am Tag wechseln musst, weil soviel Ausfluss ist oder
  • der Ausfluss unangenehm riecht bzw. blutig, gelb oder grünlich ist.

Dann solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen.  Was Du sonst zum Thema Ausfluss wissen musst, adeba.de hat sich für Dich informiert.

Was ist Ausfluss?

Die Schleimabsonderung aus der Scheide wird als „Ausfluss“ bezeichnet. Dabei ist Ausfluss bei Frauen ein normales Zeichen ihrer Geschlechtsreife und gehört wie der Eisprung und die monatliche Regelblutung (Menstruation) einfach dazu.

Wie entsteht Ausfluss?

In der Scheide befinden sich Milchsäurebakterien, sie sorgen mit dafür, dass das natürliche saure Milieu der Scheide aufrecht erhalten wird. Im Zuge dessen entsteht Flüssigkeit, der Ausfluss. Darüber hinaus finden sich am und im Muttermund spezielle Drüsen, die Schleim bilden. Dieser Schleim wird in Beschaffenheit, Farbe und Menge vom Hormonzyklus der Frau beeinflusst.
Ausfluss kann aber auch Anzeichen und Hinweis einer Erkrankung sein.

Ursachen

Verändert sich der Ausfluss dann liegen die Gründe dafür meist in der Gebärmutter oder der Scheide. Ausfluss kann auch ein Hinweis auf eine mögliche Geschlechtskrankheit sein.

Hauptursachen für einen veränderten Ausfluss sind

  • Infektionen, das heißt vor allem bakterielle Infektionen von Gebärmutter, Eierstöcken oder Eileitern mit verschiedenen Keimen 
  • Infektionen der Scheide werden oft von Pilzen ausgelöst, so z.B. durch den Hefepilz Candida albicans
  • gut- oder bösartige Geschwulste
  • allergische Reaktionen z.B. auf Intimpflegeprodukte
  • Fremdkörper (z.B. vergessene Tampons)
  • Schwangerschaft
  • Stress oder andere seelische Belastungen

Wann zum Arzt

Verändert sich der Ausfluss in Farbe, Menge oder Geruch dann solltest Du aufmerksam werden. Einen Arzt solltest immer dann aufsuchen,wenn

  • es beim Wasserlassen unangenehm brennt
  • Juckreiz oder Schmerzen auftreten
  • der Ausfluss nicht mehr klar ist
  • Art oder Menge des Ausflusses sich verändert haben
  • der Ausfluss übel riecht
  • beim Geschlechtsverkehr Schmerzen an der Schleimhaut auftreten
  • sich der Scheideneingang wund anfühlt

Untersuchung

Der Frauenarzt wird im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung der Ursache auf den Grund gehen. Dafür wird er mit dem Spekulum den Ausfluss nach Menge, Art, Farbe und Geruch genauer untersuchen. Mittels eines Testabstäbchen lässt sich der genaue pH-Wert des Ausflusses bestimmen. Im Normalfall sollte der bei 4,5 liegen.
Durch eine genaue labortechnische Untersuchung wird der Ausfluss dann weiter durchleuchtet. So können mögliche Infektionen aufgrund von Pilzen, Bakterien oder Trichomanaden festgestellt werden.

Behandlung

Ist die genaue Ursache gefunden, kann mit einer gezielten Therapie begonnen werden.
Infektionen werden z.B. wie folgt behandelt:

  • Scheidenzäpfchen- bzw. tabletten oder Cremes
  • Antibiotika oder Anitpilzmittel in Form von Tabletten oder u.U. Infusionen
  • eine Mitbehandlungs des Partners kann u.U. sinnvoll sein, um eine erneute Infektion zu verhindern, so z.B. bei einer Trichomonas-Infektion
  • unter Umständen kann es erforderlich sein, dass Ihr für die Zeit der Behandlung auf Sexualkontakt verzichtet

Eine Geschwulst wird in der Regel durch eine OP entfernt. Auch Fremdkörper müssen entfernt werden. Ist eine Allergie Ursache für den veränderten Ausfluss, dann solltest Du den allergieauslösenden Stoff zukünftig vermeiden.

Tipps

  • Wichtig ist eine vernünftige Intimpflege
    Dabei ist der gesunde Mittelweg entscheidend, also die Sauberkeit weder vernachlässigen noch übertreiben. Auf scharfe Seifen, extra Lotionen oder Intimsprays kannst Du ebenso verzichten, wie auf übertriebenes übergründliches Waschen bis tief in die Scheide. Vielmehr reicht es vollkommen, wenn Du den äußeren Genitalbereich mit lauwarmen Wasser und u.U. geeigneten seifenfreien Waschlotionen reinigst. Anschließend gut abtrocknen.
  • Luftundurchlässige Unterwäsche aus Synthetik oder zu enge Jeans behindern den Luftaustausch und begünstigen so die Vermehrung von Bakterien und Pilzen im äußeren Genitalbereich – also Vorsicht!
  • Mögliche Erreger können auch durch Geschlechtsverkehr oder aufsteigende Infektionen nach innen gelangen.


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