Nase voll vom Frühling

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 12. March 2010 07:00 - 9583 Hits

maedchenDer Winter war wirklich lang genug. Sehnsüchtig erwarten wir den Frühling, halten Ausschau nach den ersten Schneeglöckchen und Krokussen und genießen jeden einzelnen Sonnenstrahl. Frühling, für viele die schönste Jahreszeit. Doch während die einen den Frühling voller Ungeduld herbeisehnen und dann in vollen Zügen genießen, beginnt für etwa zwölf Millionen Deutsche eine nervige Zeit.

Foto: Rene Reimann / pixelio.de

Denn auch die Pollen fliegen und damit beginnt die Heuschnupfensaison. Die Augen jucken und tränen, die Nase läuft und überhaupt macht sich ein Schlappheitsgefühl breit. Frühlingsfreude sieht anders aus.  Mittlerweile leiden bereits auch  gut zehn Prozent aller Kinder und ca. 20 Prozent aller Jugendlichen an allergischem Schnupfen.

Was ist allergischer Schnupfen?

Mediziner unterscheiden zwei Arten von allergischem Schnupfen.
Einmal den klassischen saisonalen Heuschnupfen und dann den allergischen Dauerschnupfen (ausgelöst zum Beispiel von Tierhaaren oder Staub).

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine Allergie auf schon die kleinste Menge bestimmter Pflanzenpollen (Inhalationsallergene). Heuschnupfen ist saisonabhängig, das heißt in der Blütenzeit der  jeweiligen Pflanze kommt es zu typischen Symptomen wie Niesen, Schnupfen und juckenden Augen.

Ursachen von Heuschnupfen?

Ursache für den Heuschnupfen ist eine Überreaktion des Körpers auf bestimmte Baum-, Gräser- oder Blütenpollen. Diese Stoffe (Allergene) werden vom Körper fälschlicherweise als „Feinde“ erkannt.

Auswirkungen

Bei Kindern macht sich eine Pollenallergie in Form von Heuschnupfen meist auch in einem schlechten Allgemeinbefinden bemerkbar. Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit nimmt ab bzw. ist eingeschränkt. Hinzu kann eine körperliche Unruhe kommen.
Knapp ein Fünftel der Betroffenen entwickeln im Laufe der Zeit ein allergisches Asthma. Um dem entgegenzuwirken, muss die Allergie rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Erkrankungsbeginn

Allergischer Schnupfen und damit eben auch Heuschnupfen kann zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr erstmals auftreten. Allerdings tritt Heuschnupfen zunehmend auch bei jüngeren Kindern auf.

Symptome

Neben den typischen Symptomen wie

  • eine laufende und  juckende Nase,
  • rote, juckende und tränende Augen,
  • dauerndes Niesen und
  • wässriger Schnupfen oder eine ständig verstopfte Nase

kann es bei Kindern zusätzliche Beschwerden geben. Die Überreaktion des Körpers auf das Allergen kann Dein Kind regelrecht krank machen.
Und so treten bei Kindern zum Beispiel zusätzlich Fieber und Gliederschmerzen auf. Dein Kind fühlt sich müde und abgeschlagen.

Diagnose

Eine Diagnose kann letztendlich nur vom Facharzt gestellt werden. Er wird anhand von verschiedenen Untersuchungen (IgE-Test , Prick-Test) herausfinden, auf welche Pollenarten bzw. Allergene Dein Kind genau allergisch reagiert.

Therapie

Ganz wichtig ist die Verminderung des Kontakts mit dem auslösenden Allergen.
Bei klassischen Heuschnupfen heißt das,

  • Pollenflugvorhersage beachten
  • Ausflüge bei schönem Wetter ins Grüne vermeiden.

Helfen bzw Linderung verschaffen auch Medikamente

  • Mit einer Nasensalbe bzw. einer Salzlösung kann die Nasenschleimhaut feuchtgehalten werden.
  • Nasensprays bzw. Augentropfen mit abschwellender, antientzündlicher oder antiallergischer Wirkung lindern ebenfalls die Beschwerden. Sie enthalten Wirkstoffe wie Cromoglizinsäure, Antihistaminika oder Kortison.

Die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung ist bei Kindern ab frühestens dem sechsten Lebensjahr gegeben. Die sollte allerdings nur in Betracht kommen, wenn des Kind wirklich sehr an der Allergie leidet. Bei der Hyposensibilisierung wird der Körper schrittweise gegen das Allergen abgehärtet. In der Regel spritzt der Arzt dafür über drei  Jahre in regelmäßigen Abständen die auslösenden Allergene in verdünnter Form unter die Haut am Arm.

Über alle möglichen Methoden der Behandlung informiert Dich der Arzt.

Weitere Tipps

  • Rechtzeitig anhand von Pollenflugkalender und der aktuellen Pollenfluglage über die aktuelle Pollenlage informieren.
  • Bei besonders starker Pollenbelastung so wenig wie möglich ins Freie gehen.
  • In der Pollenflugzeit möglichst nur morgens (in der Stadt) und spätabends (auf dem Land) lüften. Sonst die Fenster am besten geschlossen halten. Pollenschutzgaze fürs Fenster kann ebenfalls sinnvoll sein.
  • Pollen kleben an Kleidung, Haut und Haaren. Deshalb Wäsche nicht draußen trocknen lassen, getragene Wäsche nicht im Schlafbereich ausziehen bzw. liegen lassen, sondern extra lagern bzw. direkt waschen, Bettwäsche häufig wechseln, Haare am besten abends waschen.
  • Auch bei der Autofahrt die Fenster geschlossen halten, die Lüftung ausschalten und spezielle Pollenfilter einbauen.
  • Linderungen verschaffen z.B. Nasenspülungen mit Salzwasser. Dafür löst Du einen Teelöffel Salz in ca. 200ml warmem Wasser auf und füllst die Lösung anschließend in eine Nasendusche. Das lauwarme Salzwasser befeuchtet und beruhigt die Nasenschleimhäute.
  • Während der Heuschnupfen Hochsaison am besten Urlaub in einem Gebiet mit geringer Pollenbelastung. Dafür bieten sich neben dem Hochgebirge, Nord- und Ostsee an.
  • Rasenflächen z.B. im Garten kurz mähen

Wichtig, bei Verdacht auf eine Allergie suche unbedingt den Kinderarzt auf.


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