Eierstockzysten - was tun?

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 15. April 2010 07:00 - 13127 Hits

frauenbauchEileiter und Eierstöcke gehören zu den sogenannten inneren weiblichen Geschlechtsorganen. Jede Frau besitzt zwei Eileiter, an deren äußeren Enden befindet sich jeweils ein etwa pflaumengroßer Eierstock. Die Eierstöcke haben zwei wichtige Aufgaben. So produzieren sie einmal Hormone und dann reift einmal pro Zyklus eine befruchtungsfähige Eizelle heran.

 Foto: Eva Kaliwoda / pixelio.de

An den Eierstöcken können sich Zysten bilden. Das klingt sicherlich erstmal sehr erschreckend und bedrohlich, aber in den meisten Fällen sind solche Eierstockzysten harmlos. Was Du sonst zu dem Thema wissen musst, hat adeba.de für Dich zusammengefasst.

Was ist eine Eierstockzyste?

Eierstockzysten (Ovarialzysten) sind flüssigkeitsgefüllte Blasen bzw. Hohlräume an den Eierstöcken.

Ursachen

Zysten am Eierstock können auf zwei Wegen entstehen.

  • Die funktionellen Zysten können z.B. durch Hormonschwankungen im Zyklus entstehen. Weitere mögliche Ursachen können eine Hormontherapie oder auch Endometriose sein.
    Eierstockzysten können bis zu zehn Zentimeter groß werden und lösen eher selten Komplikationen aus. In den meisten Fällen sind sind sie gutartig und bilden sich von selbst zurück.
  • Bei sogenannten „echten Neubildungen“ handelt es sich um Tumorbildungen, die mit der eigentlichen Funktion des Eierstocks nichts zu tun haben. Die Tumore können mit Flüssigkeit (Gewebswasser, Lymphflüssigkeit, Blut oder Drüsensekret) gefüllt sein. Bildet sich die Zyste nicht nach acht bis zehn Wochen zurück, kann es sich um eine solche „echte Neubildung“ handeln. Da diese unter Umständen auch bösartig sein kann oder noch werden könnte, wird in der Regel ein operativer Eingriff erforderlich.

Wer bekommt Eierstockzysten?

Zysten können sich bei jeder geschlechtsreifen Frau bilden. Verstärkt treten sie jedoch in Verbindung mit hormonellen Veränderungen auf, das heißt kurz nach der Pubertät bzw. vor den Wechseljahren.

Symptome

Eierstockzysten sind oftmals ohne auffallende Symptome. Anzeichen auf die Du achten kannst sind

  • Zyklusstörungen
  • schmerzhafte Regelblutungen
  • Unwohlsein
  • Unterleibsschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen
  • Zunahme des Bauchumfanges bei großen Zysten

eher selten sind Komplikationen wie

  • Eine Stiehldrehung des Eierstocks mit der Zyste, dabei drehen sich die Zysten um die eigene Achse, schneiden so den Eierstock von der Blutzufuhr ab. In dem Fall kommt es zu plötzlichen heftigen Schmerzen verbunden mit Übelkeit, Herzklopfen und Schweißausbrüchen.
  • Das Platzen einer Zyste ist eher selten. Kommt es doch dazu, dann treten kurzzeitig starke Schmerzen und Übelkeit auf. Der Vorgang ist in der Regel nicht gefährlich, da die Flüssigkeit aus der Zyste vom Gewebe aufgenommen wird.

Diagnose

Zysten werden oft im Rahmen der normalen Tastuntersuchung vom Frauenarzt entdeckt. Um einen genauen Befund zu bekommen, wird der Arzt eine Ultraschalluntersuchung und eventuell Bluttests vornehmen.

Manchmal ist eine Bauchspiegelung nötig, um abzuklären, ob es sich um eine harmlose oder eine bösartige Zyste handelt. Dafür macht der Arzt einen kleinen Schnitt in die Bauchdecke, führt dann ein Endoskop in den Bauchraum ein und entnimmt eine Gewebeprobe von der Zyste. Die Probe wird anschließend im Labor untersucht.

Behandlung

Die Behandlung einer Eierstockzyste ist immer individuell. Für die Behandlung sind zwei Punkte ausschlaggebend

  • Bereitet die Zyste Beschwerden?
  • Wie stellt sich die Zyste bei der Ultraschalluntersuchung dar?

Ruft die Zyste keine Beschwerden hervor, lässt das Ultraschallbild auf eine funktionelle Zyste schließen, die nicht größer als sechs Zentimeter ist, wird in der Regel erstmal bis zu acht Wochen abgewartet. In der Zeit sollte sich eine funktionelle Zyste zurückgebildet haben.

In einigen Fällen ist jedoch eine Behandlung erforderlich, und zwar meist dann wenn,

  • die Zyste Beschwerden verursacht
  • die Zyste größer als acht Zentimeter ist (eine Zyste in der Größe bildet sich eher selten von alleine zurück)
  • die Zyste im Ultraschallbild auffällig aussieht (dann kann es sich unter Umständen um eine bösartige Veränderung handeln)
  • die Zysten nach der Abwartfrist von mindestens acht Wochen immer noch unverändert ist.

Die Behandlung erfolgt dann in der Regel in Form einer OP, genauer einer Bauchspiegelung.

Auf jeden Fall muss jede Zysten ärztlich überwacht werden.

Wirklich vorbeugen kannst Du Eierstockzysten nicht. Deshalb ist es wichtig, dass Du regelmäßig und gut vorbereitet zum Frauenarzt gehst.


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