Zeckenalarm

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 22. April 2010 07:00 - 7107 Hits

zeckeStrahlend blauer Himmel, Sonne satt – da hält Dich nichts mehr in den vier Wänden. Es geht raus in die Natur. Also Kinder geschnappt, den Picknickkorb voller Leckerein gepackt und dann geht es ab - Wälder und Wiesen laden ein. Dort lässt sich perfekt entspannen oder für den Nachwuchs einfach mal ausgiebig toben. Das macht Spaß und tut gut. Aber Vorsicht, denn in Wald und auf der Wiese tummelt sich auch so mancherlei Getier, wie zum Beispiel Zecken.

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Und Zecken können eine echte Plage sein, mehr aber noch, sie sind Überträger von Viren und Bakterien und die können beim Menschen zu ernsthaften Erkrankungen führen. Wissenswertes rund um das Thema Zecken, Zeckenbiss und Co. hat adeba. Für Dich zusammengefasst.

Zecke – was ist das?

Zecken bzw. Holzböcke sind kleine, relativ unscheinbare Spinnentiere aus der Familie der Milben. Zecken sind Parasiten, das heißt, sie benutzen den Mensch oder andere Tiere als „Wirt“ und ernähren sich von deren Blut. Die Zecke braucht recht viel Blut und bevorzugt warme und versteckte Körperregionen, wie Kniekehlen, Nacken, Haaransatz oder Achseln. Die Zecke gräbt sich mit ihrem scharfen scherenartigen Mundwerkzeug in die Haut des „Wirtes“ und saugt sich dort mit Blut voll. Während des Blutsaugens gibt die Zecke die Krankheitserreger ab, die sich in ihrem Darm befinden. Hat sich die Zecke vollgesaugt, lässt sie sich in der Regel abfallen.

Wo gibt es Zecken?

Zecken gibt es weltweit. Ab einer Temperatur von 7°C werden sie aktiv. Zecken bevorzugen feuchtwarme Regionen, finden sich als vorwiegend im Wald, an Waldrändern, aber auch auf Wiesen, Spielplätzen und im Garten.

Wie gefährlich sind Zecken?

Ein Zeckenbiss kann eine Reihe von Infektionen hervorrufen. Denn Zecken saugen nicht nur Blut aus ihrem „Wirt“, sondern geben dabei auch über ihren Speichel gefährliche Viren und Bakterien ab. In Deutschland werden vor allem zwei Krankheiten durch den Zeckenbiss übertragen, nämlich „Borreliose“ und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Borreliose und FSME – was ist das?

Sowohl Borreliose, wie auch FSME sind schwere Erkrankungen. Die Borreliose ist eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung. Aufgrund ihrer vielen unterschiedlichen Symptome wird die Borreliose oft erst spät erkannt. Sie kann mit Antibiotika behandelt werden.
FSME wird durch Viren verursacht. Sie kann wie eine Sommergrippe beginnen und im Verlauf zu schweren neurologischen Schäden führen, denn die Hirn- oder Hirnhautentzündung bei der FSME kann teilweise besonders schwer verlaufen. Eine Impfung kann eine Erkrankung verhindern.

Wie schütze ich mich?

  • Zecken sitzen gern im Unterholz oder an Gräsern und werden beim Vorbeigehen abgestreift und gelangen so an ihren Wirt. Mit der richtigen angepassten Kleidung kannst Du Dich und Deine Kinder schützen. Also, geschlossene Kleidung, das heißt lange Hosen und geschlossene Schuhe, erschweren es den Zecken bis an die Haut vorzudringen.
  • Einen gewissen Schutz bieten auch Mittel zum Einreiben oder Aufsprühen.
  • Einen sicheren Schutz vor FSME bietet die Impfung. Sie besteht aus insgesamt drei Teilimpfungen, die in Abstand von mehreren Monaten erfolgen. Für Kurzentschlossene gibt es ein Schnellimpfschema. Der Impfschutz muss, je nach Alter, alle 3-5 Jahre aufgefrischt werden. Die FSME ist gut verträglich. Wie jedoch bei jeder Impfung kann es zu allgemeinen Reaktionen wie z.B. leichte Schmerzen und Schwellungen um die Einstichstelle, gelegentlich Fieber und Gliederschmerzen,kommen. Mit Fragen wenden Dich am besten an Deinen Haus- bzw. Kinderarzt.
  • Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Wird die Zecke schnell entfernt, kann das Infektionsrisiko so verringert werden.

Wer ist besonders gefährdet?

Wer sich, beruflich oder privat, viel im Freien, also in Wäldern, auf Wiesen oder im Park, aufhält, ist gefährdet.

Wie groß ist das Risiko einer Infektion durch einen Zeckenbiss?

In Deutschland sind etwa jede 3. Zecke mit Borelien und in betroffenen Regionen bis zu 5% der Zecken mit FSME Viren infiziert.

Wie entferne ich eine Zecke?

Zecken bevorzugen weiche und warme Haut. Nach dem Aufenthalt im Freien deshalb den Körper gründlich absuchen. Hat sich eine Zecke festgesaugt, kannst Du sie ganz vorsichtig mit einer feinen Pinzette entfernen. Dafür am besten die Pinzette dicht über der Haut ansetzen und die Zecke heraushebeln. Auf keinen Fall solltest Du Hilfsmittel wie zum Beispiel Öl verwenden.

Das CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf und der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes hat das Faltblatt „Zeckenalarm“ veröffentlicht. Das Faltblatt erhälst Du zum Beispiel als kostenlosen Download.


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