Wenn es schnell gehen muss - 1. Hilfe bei eingeatmeten Kleinteilen

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 29. April 2010 07:00 - 7165 Hits

kleinkind_by_korkey_pixelio.deJäger und Sammler, das trifft auf Dein Kind ganz genau zu. Kaum in der Lage von A nach B zu kommen, geht das Abenteuer auch schon los. Dein Kind entdeckt seine Umwelt und dabei wird alles angefasst, alles begutachtet und alles in den Mund genommen. Da gibt es keine Ausnahme und so schnell kannst Du meist gar nicht gucken und schwupp – hat Dein kleiner Schatz wieder einen „Schatz“ gefunden.

Foto: korkey / pixelio.de

Es ist der Klassiker schlecht hin und Dein Altraum zugleich – eben noch in der Hand und schon verschluckt oder eingeatmet. Murmeln, Perlen, Geldstücke usw. landen so viel schneller als gedacht in Deinem Kind. Die Welt ist spannend, für Kleinkinder aber auch sehr gefährlich. Und so kann selbst beim Essen mal was schief gehen und plötzlich hängt ein Stück Brot in der Luftröhre.

Verschluckt, was tun?!

  • 1. Gebot auch hier - Ruhe bewahren !!!
  • Dein Kind hustet und gibt pfeifende Atemgeräusche von sich – das können ernstzunehmende Hinweise auch auf Gegenstände bzw. Lebensmittel in der Luftröhre sein.
  • Hustet Dein Kind, dann lass es zunächst kräftig weiterhusten. Oftmals ist der eigene Husten am effektivsten. Ist der Gegenstand hoch gehustet worden, dann entferne ihn aus dem Mund.
  • Kann Dein Kind den Fremdkörper nicht aushusten, dann musst Du mit Deinem Kind umgehen zum Arzt oder in die Klinik. Dort wird der Gegenstand dann entfernt.

Atmenot, was tun?

  • Tritt bei einem Säugling akute Atemnot auf dann ist schnelles Handeln nötig.
    Einen Säugling hältst Du in so einem Fall am besten kopfüber und gibst ihm bis zu fünf maßvolle Schläge zwischen die Schulterblätter. So lässt sich der Fremdkörper möglicherweise lösen und das Kind hustet ihn aus. Du kannst Dein Kind aber auch auf den Bauch über Deinen Oberschenkeln legen und mit dem Kopf noch unten halten. Dann ebenfalls mit der Hand zwischen die Schulterblätter klopfen.
  • Bekommt das Kind allerdings weiterhin keine Luft, dann kann unter Umständen das sogenannte Heimlich-Manöver helfen. Dabei umfassen Deine Arme von hinten den Oberbauch des Kindes (Patienten), eine Hand ballst Du nun zu einer Faust und legst sie unterhalb der Rippen und des Brustbeines ab. Mit der anderen Hand greifst Du die Faust und ziehst sie dann ruckartig und kräftig nach hinten zum Körper des Kindes. Durch die Druckerhöhung in der Lunge soll so der Fremdkörper aus der Luftröhre entfernt werden. Wichtig, dabei den Brustkorb nicht zusammendrücken und bei Kindern unter einem Jahr besser nicht anwenden.
  • Bleibt die Atmung trotzallem eingeschränkt - dann unbedingt sofort zum Notarzt!
  • Wichtig
    Versuche nicht den Fremdkörper aus Ohr oder Nase selbst zu entfernen. Auf diese Weise könnte der Gegenstand noch tiefer eindringen. Hände weg auch von Pinzette, Schere oder ähnlichem als Hilfsmittel.

Tipp

  • Damit Du Dich im Notfall nicht hilflos fühlst und schnell und richtig handeln kannst, empfiehlt sich ein spezieller 1. Hilfe Kurs für Babys bzw. Kleinkinder. Angeboten wird der zum Beispiel vom DRK oder anderen – informiere Dich einfach.
  • Informationen zum Thema Vergiftung im Haushalt findest Du ebenfalls hier auf adeba.de.
  • Tipps zum Absetzen eines Notrufes gibt es auch von uns.

Weiterführender Link:
  Bücher zum Thema


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