Endometriose - Schmerzen ohne Ende

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 28. June 2010 07:00 - 12818 Hits

frauenbauch_by_Stephanie__Hofschlaeger_pixelio.deSchmerzen, insbesondere Regelschmerzen kennst Du – sie gehören zum Leben einer Frau mehr oder weniger dazu. Aber starke bis sehr starke Unterleibsschmerzen während der Regelblutung in Verbindung mit heftigen Blutungen und Schmerzen vor und nach dem Geschlechtsverkehr – all das können auch Symptome für eine ernsthafte Erkrankung sein. Endometriose - bis zu 15% aller Frauen in Deutschland sind betroffen und jährlich gibt es bis zu 30.000 Neuerkrankungen.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Leider wird Endometriose oft spät oder auch gar nicht erkannt. Für die betroffenen Frauen heißt das oft jahrelang extreme Schmerzen.
Informationen zum Thema hat adeba.de für Dich zusammengestellt.

Was ist Endometriose?

Bei Endometriose handelt es sich um eine chronische, gutartige Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut. Dabei kommt es zu unkontrollierten Wucherungen von Zellen bzw. Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, die sich auch außerhalb der Gebärmutter ansiedeln, wie zB im unteren Bauchraum, an den Eierstöcken oder am Darm.

Die Endometrioseherde reagieren auf die Hormone, die den weiblichen Zyklus steuern. Deshalb wachsen die Endometrioseherde in der Regel zeitgleich mit dem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut mit und bluten dann ebenfalls mit dem Eintritt der Regelblutung. Die Endometrioseherde können unterschiedlich groß werden, sie reichen von stecknadelkopfgroßen Wuchungen bis hin zu größeren, blutgefüllten Zysten.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind  noch weitgehend unbekannt. Es gibt verschiedene Theorien. So geht eine Theorie davon aus, dass es im Körper der Frau zu einer „umgekehrten“ Regelblutung kommt, bei der Menstruationsblut bzw. Gewebeteile der Gebärmutterschleimhaut durch den Eileiter in den Bauchraum gelangen. Eine weitere Theorie geht von einer Fehlfunktion des Immunsystems bzw. von erblicher Veranlagung aus.
Überwiegend wird davon ausgegangen, dass es sich wohl um eine Kombination von verschiedenen Ursachen und Faktoren handelt, die zur Entstehung von Endometriose führt.

Symptome

Bei Endometriose handelt es sich um eine recht komplexe Erkrankung. Symptome und Folgen sind vielfältig und treten sowohl einzeln, wie auch kombiniert auf.
Teilweise stehen Beschwerden und der Grad der Ausbreitung der Endometriose nicht im direkten Verhältnis miteinander.

Recht häufig auftretenden Beschwerden sind

  • starke Bauch- und Rückenschmerzen, die teilweise bis in die Beine ausstrahlen und sowohl vor, wie auch während der Regelblutung auftreten
  • starke und unregelmäßige Regelblutungen
  • Schmerzen während und nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen bei der gynäkologischen Untersuchung
  • Blasen- und Darmkrämpfe
  • Schmerzen beim Wasserlassung oder Stuhlgang
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • erhöhte Infektionsanfälligkeit während der Regelblutung
  • Unfruchtbarkeit


Relativ typisch ist, dass die Beschwerden zyklusabhängig stärker werden und dann,also nach der Regelblutung, wieder abnehmen oder sogar ganz verschwinden. Die Beschwerden sind meist ein bis drei Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung am stärksten.

Leidest Du unter diesen oder ähnlichen Beschwerden, dann solltest Du unbedingt Deinen Frauenarzt darauf ansprechen.

Vom Arzt und nur durch eine ärztliche Untersuchung werden Symptome wie

  • Zysten
  • Verwachsungen und Narben

festgestellt.

Diagnose

Bei Verdacht auf Endometriose wird Dein Frauenarzt zunächst eine umfassende Befragung zu Deinen Beschwerden bzw. den Symptomen und Deinem Allgemeinzustand  und anschließend eine gynäkologische Untersuchung durchführen.

Einer Tastuntersuchung (bei der auch der Enddarm, der Bereich hinter der Gebärmutter und die Gebärmutterbänder mit abgetastet werden sollten) wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung folgen.

Je nach Symptomen und Erforderlichkeit können weitere Untersuchungen, wie eine Darmspiegelung oder ein CT sinnvoll sein.

Die einzig wirklich sichere Methode eine Diagnose zu stellen, ist allerdings ein operativer Eingriff. Bei einer sogenannten Laparaskopie (Bauchspiegelung) wird eine Gewebeprobe entnommen und untersucht. Bei der Untersuchung kann gleichzeitig Lage, Schweregrad und Wachstumstyp der Endometrioseherde und möglicher Zysten abgeklärt werden.

Therapie

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten  

  • Schmerzttherapie – Medikamente, die die Schmerzen lindern.
  • Hormontherapie – mit Hilfe von Hormonen wird der weibliche Zyklus unterbrochen, mit der Folge, dass sich keine Schleimhaut mehr aufbaut. Oft bilden sich so die Endometrioseherde zurück und die Beschwerden nehmen ab. Ist allerdings bei noch bestehendem Kinderwunsch keine Option.
  • Operation – bei einem operativen Eingriff werden die Endometrioseherde vollständig entfernt.
  • Kombinationstherapie – Hormontherapie und OP werden kombiniert

Dein Frauenarzt wird in Absprache mit Dir die für Dich bestmögliche Therapie bestimmen.

Darüber hinaus können

  • sportliche Betätigung,
  • Akupunktur und
  • Entspannungsübungen zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Prognose

Leider lässt sich die Endometriose nicht vollständig heilen, es handelt sich um eine chronische Erkrankung. Allerdings ist es möglich, Beschwerden fast vollständig zu lindern. Mit Beginn der Wechseljahre gehen die Beschwerden oft von selbst zurück.

Wichtige Adressen

Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

Endometriosezentrum der Frauenklinik Erlangen, Universitätsklinikum

 

Weiterführender Link:
  Bücher zum Thema


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