Sprachentwicklung bei Kindern

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Stefan Fritsche
Erstellung am: 05. January 2006 13:37 - 14074 Hits

Quelle:
Sprachentwicklung: Warum will ein Säugling sprechen lernen?: 38. Pädiatrischer Fortbildungskurs, Obergurgl 2005

Adresse:

Deutsche Sprachentwicklungsstudie
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Lindenhof des Krankenhauses Lichtenberg
Gotlindestraße 2-20
10365 Berlin (Lichtenberg)
PD Dr. Henrike Hultsch & Jeannine Kattner
E-Mail: kontakt@glad-study.de
Tel. 030 / 55 18 51 71
Fax 030 / 55 18 51 72
Internet: http://glad-study.de/

(pgk) Etwa jedes fünfte Kind im Vorschulalter leidet an Sprachstörungen. Gründe für die Verzögerung der Sprachentwicklung können neben Hörstörungen, Sehstörungen, Wahrnehmungsschwäche des Tast- und Lagesinns, eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, motorische Unreife, familiäre Anlage zur Sprachschwäche, frühkindliche Hirnschädigung, mangelnde sprachliche Anregung, ungünstiges soziales Umfeld oder eine allgemeine Entwicklungsverzögerung sein.
Normalerweise sollte die Sprachentwicklung mit etwa vier bis fünf Jahren abgeschlossen sein. Kinder verfügen bis dahin nicht nur über große Wortschatz- und Grammatikkenntnisse, sondern können sich mit Hilfe der Sprache auch altersentsprechend souverän verhalten. Allerdings entwickelt sich jedes Kind individuell und ist daher auch in seiner Sprachentwicklung einzigartig. Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man, wenn sich ein Kind im Vergleich zu seiner Altersgruppe in seinem Spracherwerb und seinem Sprachverständnis zu spät, aber auch zu langsam und unvollständig entwickelt. Oft gehen Sprachentwicklungsstörungen mit Konzentrations- oder Wahrnehmungsstörungen und Verzögerungen der allgemeinen Entwicklung einher.

Bei Kindern, die unter einer verzögerten Sprachentwicklung leiden, wird eine umfassende Entwicklungsabklärung empfohlen. Diese sollte eine Untersuchung des Spielverhaltens, der kognitiven Entwicklung, der Motorik, Neurologie und der Entwicklung des Sozialverhaltens beinhalten.

Ist Sprache angeborener Instinkt oder Lernprozess? Die deutsche Sprachentwicklungsstudie in Berlin will nun endlich für umfangreiches Datenmaterial sorgen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig geförderte Projekt begleitet seit einigen Jahren 250 Kindern beim Erlernen der Sprache. Die Versuchspersonen in Strampelhosen werden mit Mikrophonen belauscht, Elektroden zeichnen ihre Hirnströme auf, psychologische Tests enthüllen ihr Weltverständnis. Dabei zeigt sich, die Probanden in Windeln lernen viel schneller, als Forscher und Eltern ihnen zutrauen. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Rund sechs Prozent aller Kinder haben Sprachentwicklungsstörungen. Gestützt auf die neuen Befunde haben die Forscher für sie Hilfen entwickelt, die auch schon den ersten Praxistest bestanden haben.


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