Erst das Baby – dann der Blues Wochenbettdepression

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Stefan Fritsche
Erstellung am: 10. January 2006 13:37 - 11664 Hits

(pgk) Kaum ist der neue Erdenbürger auf der Welt, beginnen für viele Frauen trübe Tage. Die Sorgen um das Wohlergehen des Babys, Zukunfts- und Versagensängste, tiefe Traurigkeit und dunkle Gedanken überschatten Freude und Mutterglück. Das seelische Tief, das etwa 70 Prozent aller Wöchnerinnen wenige Tage nach der Geburt zu schaffen macht, wird als Babyblues bezeichnet.

Betroffene Frauen sind extrem reizbar, weinen häufig, fühlen sich elend und überfordert. Oft wird die Seelenkrise auch von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen begleitet. Der Babyblues ist jedoch eine völlig normale und meist harmlose Erscheinung. Nach wenigen Tagen ist der Spuk in aller Regel von selbst wieder vorbei. Schuld an den „Heultagen" sind das einmalige Erlebnis der Geburt, die hormonellen Umstellungsprozesse und die ersten, aufregenden Tage mit dem winzigen Baby.

Im Gegensatz zum harmlosen, kurzzeitigen Babyblues können aber auch ernsthafte psychische Störungen nach der Geburt vorkommen. Etwa jede sechste bis siebte Frau, die ein Kind geboren hat, leidet in den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt unter einer postpartalen Depression (PPD). Die PPD kann jederzeit im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes auftreten. Die Symptome, die sich oft schleichend entwickeln, sind: anhaltende Müdigkeit, Traurigkeit, inneres Leeregefühl, Ängste, extreme Reizbarkeit und manchmal sogar Selbstmordgedanken. Erscheinungsform, Dauer und Schwere unterscheiden sich von Frau zu Frau. Fest steht jedoch: Ohne Unterstützung und Hilfe schaffen es die meisten Frauen nicht, die Depression zu überwinden. So schnell wie möglich sollten sich betroffene Mütter an Profis wenden. Gynäkologe und Hebamme können bei der Suche nach Psychotherapeuten, Psychiatern oder Selbsthilfegruppen behilflich sein.

Die postnatale bzw. postpartale Psychose, die Wochenbettpsychose, gilt als die schwerste, aber seltenste Form der nachgeburtlichen Krise, in deren Verlauf die betroffene Mutter den Kontakt zur Realität verlieren kann. Sie kommt bei 1 bis 3 von 1.000 Müttern vor. Die postnatale Psychose entsteht vorwiegend in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung, kann sich aber auch aus einer Depression entwickeln.

Ganz wichtig ist es, die eigenen Energiereserven aufzuladen, durch regelmäßige Pausen und babyfreie Zeiten. Hobbys, Sport, kreative Beschäftigungen und Treffen mit guten Freunden können für glückliche, unbeschwerte Stunden sorgen. Auch Entspannungsübungen helfen vielen Betroffenen.

Mehr über dieses Thema und weitere wertvolle Tipps und Anlaufstellen finden Sie im nächsten Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 11 B/2005 (15. November 2005)

Weitere Informationen zum Thema:

Wochenbettdepression

Baby Blues


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