Plötzlicher Kindstod durch falsche Matratze ?

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Kerstin Tesch
Erstellung am: 21. April 2006 13:37 - 13120 Hits

(pgk) Dipl.-Ing. Petra Dietze aus dem Institut für Arbeitsmedizin der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und ihre Kollegen haben herausgefunden, dass eine mit dem Siegel Öko-Test „Sehr gut“ ausgezeichnete Baumwoll-Kokos-Babymatratze lebensgefährlich ist. Die geprüfte Matratze lasse kaum das ausgeatmete Kohlendioxid durch. Sollte ein Baby auf dem Bauch schlafen, bestehe die Gefahr, dass das Kind das Kohlendioxid aus der eigenen Atemluft wieder einatmet. 2004 starben 323 Babys den plötzlichen Kindstod, die häufigste Todesursache bei Kindern unter zehn Jahren. 2005 gab es 375 Todesfälle. Die Ergebnisse teilten die Forscher auf einer bundesweiten Expertentagung zur Prävention des plötzlichen Kindstodes am 22. Januar 2006 in Dresden mit.

Bei einer Testreihe hatten die Kinderschlaf-Forscher insgesamt drei Matratzen getestet. Die nun bemängelte Babymatratze besteht aus einem Kautschukmilchkern mit Kokosfasern, Baumwollumhüllung und einem Nesselstoffüberbezug. Durch diese Mischung wird die Luft- und Wärme- Zirkulation erheblich beeinträchtigt, was zum plötzlichen Kindstod führen kann. Die Atem- und Aufwachreflexe werden gravierend gehemmt. Die Matratze lässt nur 20 Prozent des ausgeatmeten Kohlendioxids durch. Bei einer handelsüblichen Schaumstoffmatratze sind es 42 Prozent, bei einer neuartigen Matratze aus den USA mit einer Bienenwaben- Struktur aus Bauschaum 92 Prozent.

Der Leiter des Kinderschlaflabors und Vorsitzender des Babyhilfe Deutschland e. V., Prof. Dr. med. Ekkehart Paditz, rät Eltern bei der Wahl einer Babymatratze auf das Kleingedruckte zu achten. Dabei komme es nicht auf irgendein Gütesiegel an, sondern auf die Inhaltsstoffe. Günstig seien Babymatratzen, die eine Poren-, Schaumstoff- oder Bienenwabenstruktur aufweisen und nur wenig eindrückbar sind. Auch die Unterlage der Matratze sollte luftdurchlässig sein. Ein Lattenrost sei in jedem Falle besser als Plexiglas oder Sperrholz. Außerdem sollten Eltern darauf achten, dass die Babys in der Rückenlage schlafen, sagt Paditz. Sie sollten in einem Schlafsack ohne Decke liegen. In dem Dresdner Schlaflabor werden jährlich 600 bis 900 Kinder beim Schlummern überwacht.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. habil. Ekkehart Paditz
Vorsitzender Babyhilfe Deutschland e.V.
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav
Carus der Technischen Universität Dresden
Fetscherstr. 74
01307 Dresden
Tel. 0 35 1 / 458 31 60
Fax 0 35 1 / 458 57 72
E-Mail: Ekkehart.Paditz@uniklinikum-dresden.de
Internet: www.babyschlaf.de


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