Arme Ohren!

Sie sind hier: Adeba.de > Adeba Magazin > Gesundheit > Arme Ohren!
 

  Weiterempfehlen Weiterempfehlen
Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Silvio Kunze
Erstellung am: 17. August 2006 13:37 - 10476 Hits

Quelle:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

(pgk) In Zukunft werden mehr Jugendliche mit lärmbedingten Hörschäden zu kämpfen haben. ,,Wenn nicht gegengesteuert wird, braucht in einigen Jahren jeder zehnte Jugendliche ein Hörgerät", erklärt Helmut Heckenstaller von der Techniker Krankenkasse (TK) Bayern.

Die Ursachen für die Hörminderungen: zu laute Musik über tragbare Audio-Geräte, in Discotheken und auf Pop-Konzerten. Längere und zu laute Beschallung kann unser Gehör irreversibel schädigen. Zwar werden in Discotheken teilweise Ohrstöpsel an der Theke verkauft, doch nur ein Bruchteil der Discobesucher benutzt sie. In Bayern gibt es deshalb seit März den DJ-Führerschein, und Discothekenbetreiber können sich zum Thema Lärm und wie er sich aufs Hören auswirkt, schulenlassen. Die Aktion und der DJ-Führerschein haben inzwischen auch in anderen Bundesländern Anklang gefunden. Zu laute Musik aus MP-3-Playern und Discmen ist ebenfalls ein Problem. Zwar gab es in Europa schon vor der Klage gegen Apple wegen seines zu laut einstellbaren iPods eine EU-Richtlinie zur maximalen Lautstärke tragbarer MP-3-Player. Dennoch können die Geräte gehörschädigend laut eingestellt werden. So ist bei 105 DB schon nach 25 Minuten eine Lautstärkebelastung erreicht, die man seinen Ohren nur innerhalb einer ganzen Woche zumuten darf. Eltern sollten also ihre heranwachsenden Sprösslinge über die gehörschädigende Wirkung zu lauter Musik informieren. Vier Prozent der 6- bis 7-Jährigen leiden laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) an einer so genannten Hochtonschwerhörigkeit, die durch laute Knalle verursacht wird. Hochtonschwerhörigkeit bedeutet, dass man den Schall in denhohen Frequenzen nur noch eingeschränkt wahrnehmen kann. Knallfrösche, Spielzeugpistolen oder Trillerpfeifen beispielsweise können zu einer dauerhaften Hörminderung führen, je nachdem, wie nahe am Ohr sie benutzt werden. Hörminderungen beeinträchtigen die Kommunikations-, Kontakt - und Lernfähigkeit von Kindern. Beim Kauf von Spielzeug können Eltern auf ein spezielles CE-Prüfzeichen achten: Mit ihm garantieren die Hersteller, dass das damit versehene Spielzeug nicht zu laut ist.


Stille herstellen

In unserer Umwelt und inzwischen auch in unseren Kinderzimmern wird es immer lauter ­ die Dauerberieselung nimmt zu. Die Ohren aber brauchen den Wechsel zwischen Stille und Geräusch. Deshalb gilt: Schalten Sie auch mal alle Außengeräusche ab. Nicht nur im Kinderzimmer.


keine Bewertung bisher

 Bewertungen sind nur für Registrierte User erlaubt
Hier Anmelden
 

Nächster Artikel:

Kinder, Kokken, Keuchhusten

Vorheriger Artikel:

Wenn Kinder Fieber haben...

Zufälliger Artikel:

Soziologie-Studenten der Universität Jena untersuchen "Familie und Alltagsleben"


story_comment.gif Ihre Meinung zum Thema

Alle hier veröffentlichten Kommentare stehen uneingeschränkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.
0 Kommentar(e)

Keine Kommentare vorhanden

Kommentare sind nur für Registrierte Mitglieder erlaubt
» LogIn oder » Anmelden