Der Blutdruck in der Schwangerschaft

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Denis Lichtner
Erstellung am: 07. December 2006 13:37 - 13836 Hits

Quelle:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

(dgk) Unser Körper wird von einer Blutmenge durchströmt, die etwa acht Prozent des Körpergewichts beträgt. Für eine Frau von 65 Kilogramm Körpergewicht sind das 5 bis 5,5 Liter. Hormonell reguliert steigt das Blutvolumen während der Schwangerschaft. Die Umstellungen im Herz-Kreislauf-System beginnen schon, wenn eine Schwangere gerade erst von ihren Umständen ahnt: mit der sechsten Schwangerschaftswoche (SSW). Zwischen der 30. und 40. SSW ist die Blutmenge um etwa 50 Prozent gestiegen und hat ihr Maximum erreicht.

Exkurs: Was ist der Blutdruck, wie misst man ihn?
Das Blut pulsiert im Körper. Der Druck, mit dem die „Wellen“ an den Gefäßwänden anstoßen, ist der Blutdruck. Er wird noch immer in der eigentlich veralteten Einheit mmHg gemessen, Millimeter der Quecksilbersäule. Die klassische Blutdruckmessung am Oberarm erfasst den Druck an der Brachialarterie. Der Blutdruck wird als Verhältnis von zwei Werten zueinander wiedergegeben: dem ersten, systolischen Wert, der „Herzauswurfphase“ und dem zweiten, diastolischen Wert, der „Herzfüllungsphase“. In Ruhe beträgt der Normalwert 100 bis 130 zu 60 bis 85. Wann die beiden Werte auf der Skala des Blutdruckmessgeräts abzulesen sind, hört man an den „Korotkow-Geräuschen“. Das sind Verwirbelungstöne, die nur bei einem bestimmten Druck der Arterien hörbar und durch das Stethoskop unter der Blutdruckmanschette übertragen werden.

In der Schwangerschaft hat der Körper viel zu versorgen, und das Herz damit auch viel zu pumpen. Deshalb ist auch der Blutdruck erhöht. Bei 140/90 mmHg ist die Schwelle zu Bluthochdruck (Hypertonie) erreicht. Jede zehnte Schwangere überschreitet ihn. Die meisten von ihnen bringen ohne Probleme gesunde Babys zur Welt, aber bei einigen Frauen birgt der hohe Blutdruck Risiken für sie und das Kind. Um diese früh zu erkennen und darauf reagieren zu können, findet keine Vorsorgeuntersuchung ohne Blutdruckmessung statt.

Risiko Präeklampsie

Eine Präeklampsie kündigt sich an mit raschem Blutdruckanstieg und zeigt sich in massiven Wassereinlagerungen im Körper, Schwellungen (Ödemen) auch an untypischen Stellen wie den Händen, Gewichtszunahme von zwei Kilogramm oder mehr pro Woche und dem Nachweis von Eiweiß im Urin (Proteinurie).

Ein erhöhtes Risiko, eine Präeklampsie zu entwickeln, haben übergewichtige Frauen, deren Hypertonie bereits vor der Schwangerschaft bestand oder schon in der ersten Schwanger-schaftshälfte aufgetreten ist. Auch Frauen mit bestehenden Erkrankungen wie Nierenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Lupus oder Sklerodermie sind häufig betroffen. Die Risikofaktoren sind bekannt, aber die eigentliche Ursache der Präeklampsie ist es nicht. Daher wird auch der Urin bei jeder Vorsorgeuntersuchung mit kontrolliert.

Therapie der Schwangerschaftshypertonie
Idealerweise sollten Risikopatientinnen schon vor Eintreten der Schwangerschaft auf eine gesunde Lebensweise und innere Ruhe achten: Entspannungsübungen, ausreichend sportliche Betätigung, keine scharfen Gewürze, kein Alkohol, kein Nikotin.

In manchen Fällen bleibt eine medikamentöse Behandlung des Bluthochdrucks aber unvermeidbar. Einige Blutdrucksenker können eine verminderte Durchblutung des Babys im Bauch und damit Wachstumsverzögerungen und Entwicklungsstörungen hervorrufen und werden daher nur nach sehr strenger Indikation verordnet. ACE-Hemmer und AT1- Rezeptorantagonisten müssen durch andere Medikamente ersetzt werden, die nicht mit Risiken ür das Ungeborene behaftet sind.

Aber nicht nur die Medikamente, sondern gerade auch unbehandelter Bluthochdruck kann zu einer Unterversorgung des Kindes oder sogar zum Abort führen, denn die Plazenta ist schwach durchblutet, Fehlgeburten sind möglich.


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