Gebärmutterhalskrebs vorbeugen

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Stefan Fritsche
Erstellung am: 28. March 2007 13:37 - 11234 Hits

Quelle:
ZERVITA-Pressestelle

(Marburg, 27.03.2007) Jährlich erkranken in Deutschland rund 6.500 Frauen an Gebärmutter-halskrebs, mehr als 1.700 Frauen sterben daran. Hauptauslöser des Gebärmutterhalskrebses sind bestimmte Typen Humaner Papillomviren (HPV). Mit ihnen werden sehr viele Frauen schon in jungen Jahren infiziert.

Die gute Nachricht: Gebärmutterhalskrebs kann man verhindern! Es ist gelungen, Impfstoffe gegen die Hauptverursacher dieser Krebsart zu entwickeln. Sie schützen vor einer Ansteckung mit den zwei häufigsten krebsverursachenden Typen Humaner Papillomviren: HPV 16 und HPV 18. Zusammen sind diese für etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs sowie für einen großen Anteil der Vorstufen dieses Krebses verantwortlich.

Foto: BROWA / DGK

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Einführung einer generellen Impfung gegen Humane Papillomviren (Typen HPV 16 und 18) für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Projektgruppe ZERVITA begrüßt diese Empfehlung und insbe-sondere die in der Mitteilung vorgeschlagene Einführung eines Impfprogramms zur Erhöhung der Teilnahmerate. Nur durch ein Impfprogramm können alle jungen Mädchen erreicht werden, und nur so lässt sich ein umfassender Impfschutz aufbauen.

Die Impfung mit drei Injektionen sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr abge-schlossen sein, denn die Viren werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Laut STIKO können auch Frauen, die innerhalb dieses empfohlenen Zeitraums keine Impfung gegen HPV erhalten haben, von einer Impfung gegen HPV profitieren und nach Beratung durch den Arzt geimpft werden.

Bisher ist in Deutschland für Gebärmutterhalskrebs der Impfstoff Gardasilâ zugelassen. Die Zulassung eines zweiten Impfstoffes - Cervarixä - wird in 2007 erwartet. Die Ergebnisse klinischer Studien mit den beiden Impfstoffen sind sehr gut: 90 bis 100 Prozent der anhaltenden Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 wurden verhindert, und durch diese Viren verursachte Krebsvorstufen traten gar nicht auf. Außerdem waren beide Impfstoffe sehr gut verträglich. Bisherige Studien haben gezeigt, dass der Impfschutz mindestens fünf Jahre anhält, Daten über längere Zeiträume liegen noch nicht vor.

Die Empfehlung der STIKO ist ein entscheidendes Kriterium für die Entscheidung zur Kosten-übernahme bei den Krankenkassen. Einige Krankenkassen hatten sich bereits im Vorfeld der STIKO-Empfehlung zur Übernahme der Kosten einer HPV-Impfung bei Mädchen und jungen Frauen bereit erklärt.

Zugelassen ist der Impfstoff Gardasilâ für Kinder und Jugendliche – Mädchen und Jungen – ab neun Jahren. Für Jungen ist bisher nur bekannt, dass der Impfstoff die körpereigene Abwehr gegen die Viren aktiviert. Wie wirksam die Impfung bei Jungen eine Ansteckung durch HPV verhindern kann, ist bisher noch nicht durch Studien belegt.

Trotz der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs sind weiterhin die regelmäßigen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung notwendig. Der neue Impfstoff schützt zwar zu rund 70 Prozent, 30 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden jedoch von anderen HPV-Typen verursacht, gegen die der Impfstoff nicht wirkt.

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, die man schon vor dem gefährlichen Stadium feststellen, behandeln und heilen kann. Die dazu geeigneten Früherkennungsunter-suchungen sind schmerzlos und einfach durchführbar.

Weitere Informationen unter www.zervita.de, der Homepage der Projektgruppe ZERVITA. Die Projektgruppe ZERVITA ist ein Expertengremium aus Vertretern von Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Krebsorganisationen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Öffentlichkeit und Fachkreise objektiv und fundiert über Gebärmutterhalskrebs, Früherkennungs- und Vorbeugemaßnahmen zu informieren.

Individuelle Informationen erhalten Sie täglich von 8 bis 20 Uhr über die kostenlose Telefon-Hotline des Krebsinformationsdienstes (KID): 0800 - 420 30 40.

Weiterführender Link:
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