Nabelschnurblut: Geschäft mit den Ängsten der Eltern?

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Kategorie: Schwangerschaft
Dieser Artikel wurde eingestellt von: SF
Erstellung am: 16. April 2009 19:18 - 11560 Hits

NabelschnurblutImmer öfters werden junge Eltern mit dem Thema Nabelschnurblut konfrontiert. Blutbanken werben darum Nabelschnurblut einlagern zu lassen, denn im Nabelschnurblut gibt es wertvolle Stammzellen. Stammzellen sind für die Medizin besonders interessant, weil sie eine Art Urzellen des Körpers sind. Doch für wen lohnt sich die Einlagerung und gibt es tatsächlich einen Nutzen? Adeba ist diesem Thema nachgegangen... 

 

Was sind Stammzellen?

Aus Stammzellen entstehen normalerweise alle anderen Zellen. Die Stamzellen sind quasi universal einsetzbar.

Wofür braucht man Stammzellen?

Mit Hilfe der Stammzellen wollen Forscher und Mediziner Krankheiten heilen. Besonders Krebs versucht man damit zu bekämpfen.

Wieso Nabelschnurblut?

Laut einem komerziellem Anbieter sind "Nabelschnurblut-Stammzellen sind für die Medizin besonders interessant. Die Stammzellen darin sind sehr jung und somit besonders wirksam. Außerdem können sie einfach und risikolos für Mutter und Kind gewonnen werden. Eingefroren steht das Nabelschnurblut dann ein Leben lang und sehr schnell für medizinische Therapien zur Verfügung."

Für tiefere Informationen empfehlen wir Euch auch den Artikel bei Wikipedia zu Thema Nabelschnurblut.

Was kann ich tun?

Ihr könnt für ungefähr 2.000  bis 2.500 EUR das Nabelschnurblut Eures Kindes zu einem kommerziellen Anbieter geben.

Das Blut steht dann, wenn Ihr wollt nur Eurem Kind zur Verfügung. Kritiker dieser Art von Spende verweisen allerdings immer wieder darauf, dass es nach aktuellem Stand der Medizin derzeit kaum Anwendungsgebiete der eigenen Nabelschnurblutspende gibt. Manche Ärzte sprechen deshalb sogar von einem Kunstfehler, wenn eigenes Blut verwendet werde würde. Hintergrund ist bei Krebs zum Beispiel, dass die geschädigten Gene bereits in den Stammzellen vorhanden sein können. Um mit Stammzellen zu behandeln sollte der Arzt deshalb mit fremden Stammzellen arbeiten.

Selbst die Aussage, dass in der Zukunft Krankheiten behandelt werden können, die noch nicht bekannt sind oder dass wir Techniken finden könnten um dann das eigene Blut sinnvoll für uns selbst einzusetzen, hielt die Bundesärztkammer in ihrem Thesenpapier für spekulativ.

Laut Berichten in der Presse steigt sogar das Krebsrisiko bei der Behandlung mit eigenen Stammzellen. Die wichtigsten Fragen wurden auch von der Zeitschrif Focus zusammengefasst.

Von daher sind die öffentlichen und kostenlosen Spenderbanken derzeit wohl die sinvollere Alternative, wenn Ihr für Euer Kind das Blut spenden wollt.

Nicht nur dass Ihr anderen damit helft, auch Eurem Kind kann durch fremden Spendern geholfen werden. Ein Anrecht auf Eure Stamzellen habt Ihr dann allerdings nicht mehr, doch Ihr bekommt dadurch natürlich eine viel größere Auswahl an fremden Spenderbanken. 

Egal was Ihr macht, Nabelschnurblut zu spenden schadet niemanden, kann aber sehr wohl helfen.  

Weiterführender Link:
  Nabelschnurblut


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