Euer Recht auf Hebammenhilfe

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Kategorie: Schwangerschaft
Erstellung am: 15. June 2009 21:24 - 11685 Hits

KnieWußtest Du, dass Hebammenhilfe von Beginn der Schwangerschaft an in Anspruch genommen werden kann und eine Leistung der Krankenkasse ist? Eine Hebamme kann Dich durch die spannenden neun Monate begleiten, ebenso bei der Geburt beistehen und Dich im Wochenbett betreuen. Und das alles mit medizinischer Fachkompetenz gepaart mit menschlicher Zuwendung.

Wozu brauche ich eine Hebamme ?

Wir Hebammen sind Ansprechpartner, Vertrauensperson und durch unsere Ausbildung qualifizierte Fachfrauen in Sachen Schwangerschaft, Geburt, Wochenbettbetreuung und Stillfragen. Wir begleiten Frauen, Kinder, Partner und Familien mit unserer Kompetenz durch eine schöne und spannende Phase ihres Lebens. Wir sind ausgebildet, Abweichungen vom normalen Verlauf der oben aufgezählten Bereiche zu erkennen und ziehen dann den betreuenden Facharzt (z.B. Frauenarzt/ärztin, Kinderarzt/ärztin) hinzu, um mit ihm in Zusammenarbeit die Betreuung fortzuführen.

Wann suche ich mir meine Hebamme ?

Du solltest Dir schon frühzeitig in der Schwangerschaft eine Hebamme suchen. Nichts ist schlimmer, als auf den letzten Drücker, verzweifelt Listen abzutelefonieren. Außerdem ist Deine Hebamme, genauso wie Dein Frauenarzt, Ansprechpartner bei Sorgen, Nöten, Fragen und Beschwerden (für gewöhnlich auch außerhalb von "Sprechstundenzeiten" !!). Oft können wir z.B. bei Schwangerschaftsbeschwerden, wie Erbrechen in der Frühschwangerschaft unterstützend mithelfen. Wenn Du eine Hausgeburt, eine ambulante Geburt oder das Wahrnehmen der Mutterschaftsvorsorge durch die Hebamme planst, ist es besonders wichtig, früh mit der Suche zu beginnnen. Besonders, da nicht alle Hebammen diese Tätigkeiten durchführen. Spätestens in der 20.SSW allerdings ist das Anmelden zur Geburtsvorbereitung angesagt. Wir haben nämlich eine begrenzte Teilnehmerzahl für unsere Kurse und manchmal liegen ja auch noch Ferien und Feiertage dazwischen. Wenn Du erst nach der Entbindung eine Hebamme zur Wochenbettbetreuung suchst, kann das ganz schön schwierig werden. Wir sind oft ausgebucht und jede von uns nimmt auch nur eine bestimmte Anzahl von Frauen an, um wirklich eine vernünftige Betreuung zu gewährleisten. Bitte geht nicht einfach so davon aus, dass die Hebamme, die Euch unter der Entbindung begleitet, auch zu Hause betreut. Da hat es schon viele Missverständnisse gegeben.

Wie finde ich meine Hebamme ?

Da gibt es verschiedene Wege. Einer davon ist es Freundinnen, die von einer Hebamme betreut wurden, zu fragen. Ich habe festgestellt, dass die meisten Frauen durch Mundpropaganda bei mir landen. Weiterhin kannst Du bei Deinem Gynäkologen um eine Hebammenliste bitten oder in einer Entbindungsklinik in Deiner Nähe. Leider habe ich feststellen müssen, dass das nicht immer funktioniert. Oft sind die Listen nicht vollständig oder gar nicht vorhanden. Dann kannst Du beim zuständigen Gesundheitsamt nachfragen. Dort sind nämlich alle freiberuflichen Kolleginnen, unter Angabe der Tätigkeitsbereiche, gemeldet.

Wer trägt die Kosten ?

Gesetzliche Krankenkassen: Wenn Du in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bist, hast Du Anspruch auf Hebammenhilfe während der Schwangerschaft, der Geburt, im Wochenbett und bei Stillproblemen. Außerdem werden die Kosten für Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik getragen.

Private Krankenkassen: Wenn Du bei einer privaten Krankenkasse versichert bist, solltest Du Dich frühzeitig erkundigen, ob und in welchem Umfang Hebammenleistungen bezahlt werden. Die zugesicherten Leistungen solltest Du Dir schriftlich bestätigen lassen. Vor einigen Jahren haben einige private Krankenkassen beschlossen, Hebammenarbeit nicht mehr zu bezahlen. Denkt dran, Ihr bleibt auf der Rechnung sitzen, die Hebamme kann nämlich Ihren Anspruch Euch gegenüber geltend machen.

Eine große Bitte !!!

Leider ist es immer noch so, dass viele Frauen nicht wissen, dass ihnen die Hilfe einer Hebamme zusteht. Es ist zwar kaum vorstellbar, aber es ist so. Erzählt bitte schwangeren Freundinnen, Bekannten und Verwandten davon. In vielen Fällen klären die Fachärzte nicht ausreichend darüber auf oder erklären den Schwangeren, dass sie die Hilfe einer Hebamme nicht nötig haben. Ich finde das sehr schade, denn wir bieten eine durchgehende, ganzheitliche Betreuung und Versorgung an, die so in der Art niemand sonst durchführen kann.

Autor: Birgit Friedhoff - freiberufliche Hebamme


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reply_message.gif RE: Euer Recht auf Hebammenhilfe - Cori - 24. June 2009 09:29

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