Die Zecken sind los

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: AM
Erstellung am: 18. May 2009 22:12 - 7311 Hits

zeckeZecken fallen nicht wie Sternschnuppen vom Himmel, sondern lauern im Gebüsch, an Waldrändern und im Unterholz auf ihre Opfer. Den Stich einer Zecke bemerkt der Mensch zunächst nicht: Das Tier betäubt die Stelle, um in Ruhe Blut saugen zu können. Ein Zeckenstich kann böse Folgen haben, wenn im Speichel des Parasiten Krankheitserreger enthalten sind.

Wie kommt es zum Zeckenstich?

Zecken, die Blut saugen möchten, sitzen normalerweise regungslos an der Spitze von Gräsern oder anderen Pflanzen, etwa in 1 bis 1,5 Meter Höhe. Aufgrund bestimmter Signale erkennen sie, dass ein Mensch in der Nähe ist und werden aktiv. Entgegen landläufiger Meinung lassen sie sich nicht von Bäumen oder Sträuchern fallen, sondern müssen abgestreift werden. Bereits ein für Sekundenbruchteile bestehender Kontakt reicht der Zecke aus, um auf den Wirt zu gelangen.

Befindet sich die Zecke auf dem Körper, sucht sie nach einem geeigneten Ort für die Blutmahlzeit. Bevorzugt werden warme, feuchte, gut durchblutete, dünne Hautpartien. Das kann unter Umständen mehrere Stunden dauern - eine gute Gelegenheit die Zecke vorher zu entfernen. Bevorzugte Einstichstellen beim Menschen sind die behaarte Kopfhaut, Ohren, Hals, Arm- und Kniebeugen sowie Hände und Füße.

Zecken besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, womit sie innerhalb von 5 bis 15 Minuten die Haut aufschneiden und sich mit dem stachelbesetzten Saugorgan in der Haut verankern. Wegen der betäubenden Wirkung des Zecken-Speichels ist der Stich schmerzlos. Das Blutsaugen selbst dauert je nach Zeckenstadium drei bis zwölf Tage. Während dieser Zeit wird in großen Mengen Zeckenspeichel produziert. Mit ihm können Krankheitserreger auf den Menschen übertragen werden.

Zeckenstiche vermeiden

Zecke1Alle Versuche, Zecken im Freiland zu bekämpfen, sind bisher wegen mangelhafter Umweltverträglichkeit oder fehlender Wirksamkeit der eingesetzten Mittel gescheitert. Deshalb ist es wichtig, bestimmte Verhaltensregeln zu beachten. So sollte sich jeder, der innerhalb Deutschlands oder im Ausland eine Urlaubsreise unternehmen möchte, die mit Campen, Wandern, Beerenpflücken und anderen Aktivitäten im Grünen verbunden ist, vorher erkundigen, ob das Urlaubsziel in einem FSME-Gebiet oder in einer Gegend mit erhöhter Anzahl von Borreliose-Fällen liegt und welche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind. Auskunft erteilt die für das Urlaubsziel zuständige Gesundheitsbehörde. Auch wer aus der Stadt aufs Land zieht, sollte sich beim örtlichen Gesundheitsamt über das Zeckenrisiko am neuen Wohnort erkundigen.

Foto: Baxter BioScience

Während des Aufenthaltes in einem Zeckenbiotop helfen wenige Verhaltensregeln Zeckenstiche zu vermeiden:

  • Im Wald die Wege benutzen, nicht durch dichtes Unterholz gehen.
  • Lange, helle Kleidung tragen.
  • Einreiben mit Insekten abwehrenden Mitteln. Das bietet zwar keinen absoluten Schutz, ist aber für etwa zwei Stunden hilfreich.
  • Nach Beenden des Aufenthaltes im Wald, Kleidung und Körper systematisch nach Zecken absuchen.

Verhalten nach Zeckenbefall

Eine fest sitzende Zecke sollte mit einer Zeckenzange, Pinzette, oder, wenn diese nicht verfügbar ist, mit den Fingernägeln so nahe wie möglich an der Haut gegriffen und mit einem Ruck gerade nach hinten aus der Haut gezogen werden. Eine bestimmte Drehrichtung hat beim Herausziehen keine Bedeutung. Wichtig ist vielmehr, dass der Hinterleib möglichst nicht geknickt oder gequetscht wird, um zu vermeiden, dass Viren aus den Speicheldrüsen oder Borrelien aus dem Darm in die Wunde gelangen.

Es wird auch davon abgeraten, in der Haut sitzende Zecken mit Hilfe von Öl, Alkohol, Nagellack oder Klebstoff abzutöten, weil dadurch ihr Speichelfluss und auch das Übertragen von Krankheitserregern gefördert wird.

Die Stichstelle und die Hände sollten nach Möglichkeit desinfiziert werden. In der Haut verbleibende Mundwerkzeuge der Zecke werden binnen Tagen abgestoßen. Geschieht dies nicht oder entzündet sich die Stichwunde, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Die Einstichstelle muss in den nächsten vier Wochen beobachtet werden, um anhand eines eventuell auftretenden kreisförmig, sich vergrößerndem, rot- gerandetem Ausschlages um die Einstichstelle eine Borrelien-Infektion rechtzeitig zu erkennen.

Quelle: www.dgk.de


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