Ampelkennzeichnung für Lebensmittel

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Kategorie: Adeba Magazin
Dieser Artikel wurde eingestellt von: AM
Erstellung am: 04. June 2009 12:31 - 10185 Hits

ampel_kleinBei der Ampel-Kennzeichnung wird für Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz mit den Ampelfarben signalisiert, ob ein Lebensmittel wenig davon enthält (grün) und häufig verzehrt werden kann, nicht so häufig (gelb) oder viel davon enthält (rot) und besser nur selten gegessen werden sollte. AOK und Verbraucherschützer wollen sie zur Pflicht machen - Tiefkühlproduzent Frosta testet diese Kennzeichnung freiwillig als erster deutscher Produzent.

Kommt Euch das bekannt vor: Ihr wollt Lebensmittel einkaufen und steht rätselnd vor der Verpackung: Ist da nun viel Fett oder Zucker enthalten? Die Angaben auf der Verpackung helfen oft auch nicht weiter. Was nützt es, wenn beispielsweise auf Reibekäse sich die Nährwertangaben auf 30 g beziehen, ich aber weiß, daß ich mindestens die halbe Packung verbrauchen werde. Oder die Nährwertangaben für 5 Chips gelten. Ich bewundere Menschen, die nach 5 Chips die Packung beiseitelegen - ich ess gewöhnlich weiter...

Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes scheint mein Problem zu verstehen:"Wir brauchen eine europaweit verbindliche Nährwertkennzeichnung, die auf einen Blick sichtbar macht, welches Produkt wie viel Zucker, Fett oder Salz enthält. Wir brauchen eine Kennzeichnung, die für die Verbraucher auch ohne Taschenrechner auf einen Blick zu verstehen ist."

Nun ist es also soweit: die Firma Frosta reagiert als erster deutscher Lebensmittelproduzent auf Forderungen der Verbraucherschützer und führt auf einigen Produkten die umstrittene Ampelkennzeichnung ein. Die Ampelfarben Rot, Gelb und Grün stehen für einen hohen, mittleren oder niedrigen Gehalt an ausgewählten Nährstoffen. Ihr als Verbraucher sollt damit bereits beim Einkauf im Supermarkt auf den ersten Blick erkennen können, wie viel Fett, Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuren sowie Kalorien pro 100 Gramm ein Lebensmittel enthält.

Unausgewogene Ernährung führt erwiesenermaßen zu großen gesundheitlichen Problemen und hohen gesellschaftlichen Kosten. Nach offiziellen Zahlen der Bundesregierung ist jeder zweite Erwachsene, sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig. Die Folgekosten im Gesundheitswesen, die die Gesellschaft zu tragen hat, werden mit 70 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.

Insbesondere in England, wo die Nährwertkennzeichnung schon seit Jahren eingesetzt werde, seien gute Erfahrungen damit gemacht worden.

Die Lebensmittelindustrie hat sich allerdings bislang massiv gegen die Ampelkennzeichnung gewehrt. Verständlich, wenn man den Ausführungen Dr. Thilo Bodes (foodwatch-Geschäftsführer) zuhört: "Nestlé, Unilever & Co. verkaufen verfettete und überzuckerte Produkte, verschleiern den Nährwertgehalt und bieten als Alibi Yoga-Kurse an, damit die Kunden ihre überzähligen Pfunde wieder loswerden. Das ist verantwortungslos."

Auch Jürgen Graalmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des AOK-Bundesverbandes, lobt die Nährwertampel: "Dieses einfache System bietet für den Verbraucher eine erste Orientierung, wenn er sich ausgewogen ernähren will. Noch im Supermarkt kann er sehen, wie viel Fett, Zucker oder Salz in verarbeiteten Lebensmitteln enthalten ist und unter gleichen Produkten eine Auswahl treffen."

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