Liebe geht durch den Magen

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 10. August 2009 12:27 - 8263 Hits

SchokokindMit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung von Anfang an, könnt Ihr als Eltern Eurem Nachwuchs zu einem optimalen Start verhelfen. Gleichzeitig legt Ihr so eine wichtige Grundlage für eine gute Entwicklung. Adeba hat für Euch eine Übersicht über die Ernährung im 1. Lebensjahr zusammengestellt. Für Euch gibt es Tipps und Hinweise, wie Ihr Euer Kind altersgemäß ernährt.
Foto: Kraftprotz / pixelio.de

Milchernährung 0 - 6. Monat

Stillen

Muttermilch ist immer noch das Beste, was Du Deinem Kind geben kannst in den ersten Lebensmonaten. Vom Stillen profitieren Mutter und Kind. Dein Säugling wird optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und bekommt mit der Muttermilch auch einen guten Schutz vor Allergien. Stillen ist jedoch weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Stillen verbindet Mutter und Kind. Dein Baby erfährt durch den innigen Körperkontakt Wärme, Nähe und Geborgenheit und damit Liebe. Das ist wichtig für die Bindung zwischen Mutter und Kind. Stillen ist darüber hinaus praktisch und günstig. Die Muttermilch ist keimfrei und gut verpackt, stets optimal temperiert und immer verfügbar, wenn der Säugling sie braucht. Stillen spart auch bares Geld, denn in der Zeit entfallen Ausgaben für Babynahrung, Flaschen und Co. Du kannst Dein Kind ohne Bedenken in den ersten 4 bis 6 Monaten voll stillen und dann mit Beginn der Beikost so lange weiter stillen, wie Dein Säugling und Du es möchtest.

Säuglingsmilch

Auch wenn Stillen das Beste für Dein Kind ist, gibt es Gründe, die das Stillen nicht möglich machen. Für den Fall gibt es Fertigmilch, eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung. Diese Säuglingsmilch ist so zusammengestellt, dass Dein Kind alles bekommt, was es für ein gesundes Wachstum braucht. Angeboten werden Säuglingsanfangsnahrung mit der Silbe "Pre" oder der Ziffer "1". Diese Fertigmilch ist für das komplette 1. Lebensjahr geeignet. Zusätzlich gibt es Säuglingsmilch mit der Ziffer "2" oder "3". Die kann ab dem 7. Lebensmonat gefüttert werden, als Teil der Mischkost. Für Allergie gefährdete Kinder, die nicht gestillt werden, empfiehlt sich so genannte HA-Nahrung. "H.A." steht dabei für "hypoallergen", das heißt, das Eiweiß der Kuhmilch wurde aufgespaltet, um die Gefahr einer allergischen Reaktion darauf zu senken H.A. Milch ist ebenfalls als "Pre-", als "1"-Milch und als "2"-Milch erhältlich. Für Säuglinge mit einer nachgewiesenen Kuhmilch-Allergie ist die H.A. Nahrung nicht geeignet. In dem Fall bedarf es einer speziellen Milch, und der Kinderarzt berät Euch da gern. Gegen die Selbstherstellung von Säuglingsmilch (egal ob aus z.B. Kuh- oder Reismilch) sprechen neben hygienischen, auch ernährungsphysiologischen Gründe In den ersten 4 - 6 Lebensmonaten ist Dein Kind mit Muttermilch oder einer industriell hergestellten Fertigmilch optimal versorgt und braucht keine weiteren Lebensmittel.

Tipp:

Ähnlich wie das Stillen kann auch das Füttern mit der Flasche zu einer engen Mutter Kind Bindung beitragen. Mach es Dir also mit Deinem Baby richtig gemütlich und füttere in ruhiger und angenehmer Atmosphäre. Schenke Deinem Kind Deine ganze Aufmerksamkeit und rede leise mit ihm. So wird jede Fläschchen-Mahlzeit zu einem besonderen Moment für Dich und Dein Kind.

Einführung von Beikost ab dem 5. Lebensmonat

Ist Dein Kind 5. bis 7. Monate alt geht es los mit der so genannten Beikost. "Beikost" sind in der Säuglingsernährung alle Nahrungsmittel, die keine Milchnahrung und auch keine Muttermilch sind - also z.B. Gemüse, Früchte oder Fleisch und auch Milch- und Getreidebrei. Die Milchmahlzeiten werden nach und nach durch Breimahlzeiten abgelöst. Wann Du mit der Beikost beginnst hängt von Deinem Kind ab. Beobachte den Säugling. Wichtige Hinweise sind dabei z.B. der Säugling ist mindestens 4 Monate alt, steckt die Händchen vermehrt in den Mund, schaut interessiert Löffel bzw. Gabel des Erwachsenen hinterher und ist mit der ausschließlichen Milchnahrung nicht mehr zufrieden. Ein weiterer Hinweis kann auch das Gewicht des Säuglings sein. Nimmt Dein Kind über einen längeren Zeitrum nicht mehr zu, dann solltest Du den Speiseplan langsam erweitern. Bei der Einführung der Beikost hat sich das Stufen-Konzept bewährt.

1.Stufe

Los geht es mit ganz einfachen Gemüsebreien (z.B. Früh-Karotten, Pastinaken). Nach und nach kann eine weitere Zutat ergänzt werden, wie z.B. Kartoffeln oder neue Gemüsesorten, wie Brokkoli oder Kürbis. Tipp: Zum Füttern empfiehlt sich ein breiter und nur leicht tiefer Plastiklöffel. Zum Anfang ist es sinnvoll, wenn Du Dein Kind mittags, am besten vor der Milchmahlzeit, wenn Dein Kind also noch nicht satt ist, mit Brei fütterst. Es reicht anfangs aus, wenn Du Deinem Kind ein bis zwei Löffel Brei anbietest und dann nach und nach die Menge steigerst Die auf den Brei folgende Milchmenge wird dann entsprechend weniger. Weigert sich Dein Kind mehrere Tage lang den Brei zu essen, dreht den Kopf weg, dann einfach eine Pause machen. Vielleicht braucht Dein Kind noch ein bisschen Zeit oder vielleicht schmeckt auch gerade die Gemüsesorte Deinem Kind einfach nicht – dann probiere ein anderes Gemüse. Bei den ersten Versuchen mit der Löffelfütterung kann es sehr gut sein, dass mehr auf dem Lätzchen, als im Mund Deines Kindes landet. Nimm das ganz entspannt, es wird besser – auch hier gilt „Übung macht den Meister!“. Hat sich Dein Kind an die Löffelfütterung gewöhnt und klappt das auch gut, dann kommt der nächste Schritt. Dann wird nach und nach eine Milchmahlzeit ganz durch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei ersetzt. Der Brei ist ein guter Lieferant von Eisen, Zink, essentiellen Fettsäuren und Vitaminen. Das Fleisch sollte mager sein und kann Geflügel, Lamm, Schwein oder auch Rind sein. Tipp: Zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat entspricht eine reine Breimahlzeit einem Gläschen mit 190g, beim Füttern von Gläschenbrei vorerst fein pürierte Baby Menüs wählen und die Angaben auf dem Glas beachten keine Eile – hab Geduld mit Deinem Kind, wenn es einfach einwenig länger braucht – jedes Kind hat da sein ganz eigenes Entwicklungstempo.

2.Stufe (2. Lebenshalbjahr)

Ist eine (Milch)mahlzeit komplett zu einer Breimahlzeit geworden wird eine weitere (Milch)Mahlzeit nach und nach durch einen Milch-Getreide- Brei ersetzt. Der Brei versorgt Dein Kind jetzt vor allem mit  wertvollen Protein und Calcium. Als Milch ist handelsübliche Vollmilch (3,5 % Fett) oder eine industriell hergestellte Säuglingsmilch geeignet. Als Getreide eignen sich z.B. Haferflocken oder Gries. Tipp: Gibt es den ersten Milch-Getreidebrei bereits vor Ende des 6. Monats, dann solltest Du unbedingt darauf achten, dass er nur glutenfreies Getreide enthält, z.B. Reis oder Mais Besonders bekömmlich sind im Eiweiß adaptierte Milchbreie, deren Eiweiße sind der Muttermilch und der bisherigen Babymilchnahrung angeglichen Auf z.B. Zucker, Schokolade, Nüsse und Gewürze solltest Du im 1. Lebensjahr komplett verzichten Milch-Getreide-Breien gibt es in Pulverform, als Gläschen oder Du kannst den Brei auch selber zubereiten. Wichtig ist das der Brei die richtigen Zutaten enthält, also den Zusatz „Ab dem 6. Monat“ hat und aus Vollkorngetreide hergestellt ist.

3.Stufe

Dein Kind bekommt bereits zwei komplette Breimahlzeiten am Tag, dann wird jetzt eine weitere Milchmahlzeit durch einen milchfreien Getreide-Obst-Brei ersetzt. Der Brei versorgt Dein Kind mit Kohlenhydraten als Energiespender und mit Eisen und pflanzlichem Eiweiß. Getreide-Obst-Brei gibt es als Fertigbrei, als Gläschen oder Du kannst den Brei auch wieder selber zu bereiten. Tipp: auch bei dem Brei gilt, besser weniger, das heißt eine Obstsorte ist ausreichend und besser wenig exotisch am besten frisches Obst der jeweiligen Jahreszeit verwenden im Winter sind Gläschen oder Tiefkühlobst eine gute Alternative Bananen haben relativ viel Zucker, deshalb Bananen am besten mit einem weniger süßen Obst mischen Der Gemüse-Kartoffel (alternativ Nudeln oder Reis)-Fleisch-Brei wird zum Mittagessen für Dein Kind. Frühstück und Abendbrot bestehen aus einem Milch-Getreide-Brei und einer Milchmahlzeit. Der Getreide-Obst-Brei stellt jeweils eine Zwischenmahlzeit am Vormittag und eine am Nachmittag dar. Schritt für Schritt kannst Du jetzt Dein Kind an das Familienessen gewöhnen. Dabei gibt Dein Kind das Tempo vor, richte Dich also nach der Entwicklung Deines Kindes, z.B. wie gut es bereits kauen kann.

Bei allem denk dran – Liebe geht durch den Magen und Essen soll auch für Dein Kind vor allem eine Freude und ein sinnliches Vergnügen sein.


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