Zwischen Egoshooter und Lernprogramm

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Kategorie: Kinder, Kindergarten und Schule
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 16. September 2009 10:36 - 10365 Hits

kind_am_pcEine prächtige Ritterburg, ein schöner Bauernhof und ein eigener Zoo – das findet sich in so manchem Kinderzimmer. Allerdings besteht der Bauernhof schon lange nicht mehr aus netten kleinen Plastikfiguren und auch der eigene Zoo ist mittlerweile interaktiv. Computerspiele – die gibt es in schier unendlicher Vielfalt und das bereits für die aller Kleinsten. Ihr als Eltern steht vor der schwierigen Entscheidung – Computerspiele ja / nein und wenn ja, wie viel Zeit sollte bzw. darf mein Nachwuchs damit verbringen.

Foto: duwitt / pixelio.de

Eins ist klar – wenn Mama und Papa ständig den PC benutzen und viel Zeit davor verbringen – ist es für Kinder nur schwer verständlich, warum sie das nicht dürfen. Gleichzeit gehören neue Medien und damit eben der PC einfach mal mit dazu. Schon im Kindergarten, spätestens aber in der Schule wird der Computer zu einem fast selbstverständlichen Lernmittel. Da kommt Ihr als Eltern nicht drumherum. Den Spagat zu schaffen ist nicht einfach, aber machbar.

Hier einige Tipps

Helft Eurem Kind

Helft Eurem Kind am Anfang mit dem Computer. Im Gegensatz zum Fernseher ist der Computer kein „Alleinunterhalter“ und fordert Dein Kind zum Reagieren bzw. Agieren auf. Damit Dein Nachwuchs auch in der Zukunft den Computer als „Werkzeug“ und Hilfsmittel versteht und nutzt, ist es wichtig, dass das Kind den richtigen Umgang lernt und das von Anfang an. Also, nimm Dir die Zeit und entdecke gemeinsam mit Deinem Kind die Möglichkeiten des PC – überlasse dabei aber Deinen Nachwuchs den Platz direkt am Computer. Du kannst erklären, aber lass Deinen Sproß selbst ausprobieren – dabei kannst Du ruhig Nachfragen „Warum klickst Du hier?“. Dein Kind lernt spielend, aber unter Deiner Aufsicht und Anleitung den Umgang mit dem Werkzeug PC. 

"Erwachsenenprogramme" sind kindertauglich

Auch „Erwachsenenprogramme“ wie zum Beispiel Word oder Paint sind für Kinder interessant und zeigen ihnen gleichzeitig – Computer ist mehr als nur „Herumspielen“. So könnt Ihr zum Beispiel die Einladungskarte für den Kindergeburtstag zusammen gestalten.

Internet

  • Internet – auch das ist eine spannende Sache für die Kleinen – ganz wichtig hierbei ist, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter nicht alleine im Internet surfen sollten. Deshalb schau Deinem Kind über die Schulter bzw. am besten surft beide gemeinsam – so kann Dein Nachwuchs zum Beispiel alles über sein Lieblingstier herausfinden oder Ihr werft gemeinsam schon mal einen Blick auf den Urlaubsort. 
  • Für die Internetnutzung gibt es noch eine weitere Sicherheitsmöglichkeit. Ihr könnt sogenannte Kinderschutzprogramm verwenden – davon sind einige auf dem Markt, teilweise auch als kostenloser Download. So ein Programm regelt, welche Seiten Dein Kind ansehen und wie viel Zeit es am PC verbringen darf. 
  • E-Mail – eine eigene Email-Adresse ist ebenfalls eine nette Sache für die Kleinen – allerdings solltet Ihr ausmachen, dass der Blick in die Mailbox nur mit Euch gemeinsam erlaubt ist. 

Eigener PC für das Kind?

Eigener PC ja / nein ?! Ein eigener Computer für Dein Kind – das ist mit Vor- und Nachteilen verbunden.

Vorteile sind,

  • Deine Daten und Programm sind vor dem Zugriff Deines Kindes geschützt, Dein Kind „fummelt also nicht eben mal in Deinen Sachen rum“, 
  • der Kinder-PC kann individuell nur mit dem bestückt werden, was der Nachwuchs wirklich braucht bzw. benutzen darf.
Nachteil dabei ist  – die Kosten für einen weiteren PC. Kostengünstige Variante wäre der ausrangierte eigene alte PC bzw. einer aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis – für Kinderansprüche reicht auch ein älteres Modell aus. Eine andere Möglichkeit ist, dem Kind auf dem Familiencomputer ein eigenes Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten einzurichten. 

Hab Dich und Dein Kind im Auge

Parkt Euer Kind nicht vor dem PC und seid selber ein Vorbild, was die Nutzung von Computern angeht. 

Die Dosis macht's

Vereinbart zusammen mit Eurem Kind, wie lange es am Tag bzw. in der Woche am PC sein darf. Dabei könnt Ihr Euch beispielsweise an folgenden Richtwerten orientieren:

  • Kinder bis sechs sollten max. 20 bis 30 min und nur in Anwesenheit der Eltern am PC sein, 
  • Kinder bis 10 sollten am Tag nicht mehr als 45 min am PC sein und 
  • bis 13 jährige eine Stunde am Tag. 
Wobei sich diese Zeiten auf das Spielen am PC beziehen – wenn Hausaufgaben gemacht werden bzw. Lernprogramm genutzt werden, könnt Ihr andere Regeln bzw. Zeiten aufstellen. 

Achte Auf Qualität

Qualität ist wichtig! Ihr als Eltern müsst darauf achten, dass nur kindgerechte und altersgerechte Software vom Nachwuchs genutzt wird. Sucht also gezielt und kritisch aus – fragt im Freundes- und Bekanntenkreis – das bietet Erfahrung aus erster Hand. Bei Computerspielen ist die Alterskennzeichnung der Freiwilligen Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware (USK) eine hilfreiche Orientierung – die findet Ihr auf jedem Computerspiel. Dennoch solltet Ihr einen kritischen Blick auf Spielinhalt und pädagogische Bewertung werfen – nicht immer ist das Spiel, trotz Altersfreigabe, wirklich für das angegebene Alter auch geeignet. 

Einfach zusammen spielen

Spielt Computerspiele einfach auch mal mit Eurem Kind – so könnt Ihr einmal das Spiel besser einschätzen, habt das was Euer Nachwuchs tut unter Kontrolle und verbringt vor allem wichtige Zeit miteinander. 

Rede mit Deinem Kind 

Wenn Ihr ein Spiel für ungeeignet haltet – dann sprecht mit dem Kind über die genauen Gründe und erklärt Eure Entscheidung.

Alternativen aufzeigen

Zeigt Eurem Nachwuchs Alternativen zum Spielen am PC auf und motiviert ihn – Freunde treffen, ein Sportverein, das Lesen eines Buches etc. sind wichtige und wertvolle Alternativen, die in keinem Kinderleben fehlen sollten. Auch da sollt und könnt Ihr Vorbild sein. 
Den Nachwuchs komplett von Computerspielen und neuen Medien fernzuhalten – ist unmöglich und tut Eurem Kind auch nicht gut. Allerdings könnt Ihr Eurem Kind helfen einen verantwortungsvollen und sinnvollen Umgang mit dem Computer zu erlernen. Eine in dem Zusammenhang interessante Adresse ist das  IBI-Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft – dort könnt Ihr Euch zum Beispiel über elektronische Medien allgemein und Spiele im Besonderen informieren. Den richtigen Umgang mit den neuen Medien könnt Ihr auch in speziellen Elternkurse zur Medienerziehung  erlernen.


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