Keine Lust zum Spielen

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 30. September 2009 11:22 - 7348 Hits

kleinerjungeStrahlende Augen und ein fröhliches Lächeln im Gesicht. So magst Du Dein Kind am liebsten und so wollen wir alle die kleinen Menschen am liebsten immer sehen. Gut, ab und zu rollt mal eine Träne über die Wange, aber auch das ist normal. Wenn Dein kleiner Schatz allerdings ständig traurig ist, kaum oder nie lächelt und zu nichts mehr Lust hat. Dann ist es natürlich klar, dass Du Dir Sorgen machst und Deinem Kind helfen möchtest.

Foto: Michael Neupert / pixelio.de

Bereits Kinder können unter Depressionen leiden. Und das ist eine wirklich ernstzunehmende Angelegenheit und Dein Kind braucht dann wirklich professionelle Hilfe. Je früher, desto besser. Doch wie bei Erwachsenen, ist es oftmals gar nicht so einfach, die Anzeichen einer Depression zu erkennen, und richtig zu deuten und das vor allem rechtzeitig.

Hier nun einige Tipps, worauf Ihr als Eltern achten solltet.

Symptome

Eher lustlos stochert Dein Kind im Essen herum, das Spielzeug lässt es gleich links liegen und es wirkt traurig und teilnahmslos. Nachts schläft es schlecht und sehr unruhig. Und das ist nicht einfach mal nur eine kurze Phase von ein zwei Tagen, sondern das zieht sich hin. Dann solltet Ihr aufmerksam werden.

Depressive Kinder zeigen darüber hinaus auch Auffälligkeiten wie zum Beispiel:

  • morgens lustlos, abends vergnügt, 
  • launisch, also Stimmungsschwankungen, 
  • schlafen schlecht ein und nur schwer durch, 
  • leiden verstärkt unter Alpträumen und Angst,
  • Babys schreien viel und weinen anfangs auch sehr viel, mit der Zeit werden sie dann zunehmend teilnahmslos, 
  • die Entwicklung ist verzögert, so wachsen die Kinder langsam, sind oft mager, greifen und brabbeln später, 
  • das Kind ist extrem anhänglich und jammert viel,  
  • das Kind hat keine Lust mit anderen Kinder zu spielen bzw. reagiert äußerst aggressiv und stört das Spiel der anderen bzw. provoziert Streit,  
  • zweifelt an sich selber,
  • neben Entwicklung- und Schlafstörungen können Essstörungen auftreten, 
  • oft reagieren Kinder auch verstärkt mit Kopf- bzw. Bauchschmerzen.

Ursachen

Ähnlich wie bei Erwachsenen gibt es auch bei Kindern verschiedene Auslöser bzw.Gründe für eine Depression. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel,

  • der Verlust eines Elternteiles bzw. einer wichtigen Bezugsperson 
  • Missbrauch oder Vernachlässigung 
  • Scheidung der Eltern 
  • chronische Erkrankung eines Elternteils, die für das Kind zur Belastung wird 
  • bereits ein Elternteil leidet an Depressionen 
  • neue und unüberschaubare Situationen, wie zum Beispiel Beginn der Schule, Umzug oder ähnliches 
  • besondere Gehirnerkrankungen und Hormonstörungen (Schilddrüsenunter- oder überfunktion)
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamten

In der Regel sind es verschiedene Faktoren, die zusammenkommen und die dann eine Depression auslösen können.

Diagnose

Das die Stimmung nicht jeden Tag gleich ist, das kennen wir selber nur zu gut und bei Kindern bzw. Jugendlichen schwankt die Stimmung noch mehr. Eben noch fröhlich und positiv und plötzlich wütend und rebellierend. Das ist bis zu einem bestimmten Punkt normal, so lernen Kinder sich abzugrenzen und ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Es besteht kein Grund zur Sorge. Etwas anderes gilt allerdings dann, wenn das Stimmungstief und oben genannte Symptome über einen längeren Zeitraum ( also länger als zwei Wochen ) anhalten. Dann solltet Ihr Euch an Euren Kinderarzt wenden und um Rat fragen.

Behandlung

Depressionen sind mittlerweile gut behandelbar. Neben Medikamenten sind auch spezielle Therapien (Psychotherapien) eine recht erfolgversprechende Möglichkeit der Behandlung.

Ganz wichtig dabei ist : wenn Euer Kind psychologische Hilfe braucht und in Anspruch nimmt, ist das kein Zeichen von Schwäche oder etwas Unnormales, vielmehr stellt Ihr Euch den Problemen und nehmt eine Möglichkeit wahr, diese Probleme zu lösen. Psychotherapie heißt nämlich auch: Probleme erkennen und lösen. Im Rahmen der Behandlung seid Ihr als Eltern einbezogen. So wird der Therapeut bzw. Arzt eine Behandlung vorschlagen und alles genau mit Euch besprechen.

Tipps

  • Ist Dein Kind depressiv, dann ist professionelle Behandlung ein Muss, nur so kann Dein Kind gesund werden. 
  • Beobachte Dein Kind, besonders jüngere Kinder können sich und ihre Gefühle nicht in Worte fassen.
  • Nimm Dein Kind ernst.
  • Bemühe Dich um ein offenes Vertrauensverhältnis zu Deinem Kind und das von Anfang an.
  • Höre Deinem Kind zu und sprich auch über Ängste, Sorgen oder ähnliches offen mit Deinem Kind.
  • Ermutige es und frag nach, aber dränge bzw. zwinge es nicht.
  • Nimm auch die Gefühle Deines Kindes ernst und tu sie nicht mit Floskeln ab.
  • Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht, hüte Dich vor Ratschlägen oder Aufmunterungsversuchen.
  • Akzeptiere die Depression als eine Krankheit.
  • Hab einmal mehr Geduld mit Deinem Kind.
Ganz wichtig. Eine Diagnose kann nur ein Fachmann, also ein Arzt oder Psychologe stellen und auch einem solchen Experten fällt es nicht immer leicht, eine Depression festzustellen, eben aufgrund der vielfältigen Faktoren. Je eher Dein Kind Hilfe bekommt, desto besser. Eine Depression verhindert die normale Entwicklung des Kindes. Unbehandelt kann so eine Depression im Kindesalter zu lebenslangen Depressionen führen.

Weiterführender Link:
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