Ich ertrage mein Kind nicht mehr

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Kategorie: Familie
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 03. October 2009 09:00 - 12445 Hits

traurigefrauIm Sommer 40°C und mehr – da kann die Hitze mit der Zeit schon nerven. Ständige Werbung im Briefkasten trotz Aufkleber „Bitte keine Werbung“- das nervt. Nachts laute Musik vom Nachbarn – auch das nervt. Aber ... Dein Kind ?! Doch, auch ein kleiner Mensch schafft es oftmals spielend, Dir so richtig auf die Nerven zu gehen. Du hast es morgens eilig und Dein Kind das bummelt mal wieder, also statt sich anzuziehen, spielt Dein Nachwuchs seelenruhig und beim Frühstück schaut es verträumt in der Gegend herum.

Foto: Ingrid Göttsche / pixelio.de

Und im Laufe des Tages dreht Dein Kind dann so richtig auf – ständig will es etwas von Dir, fordert Beachtung und streitet scheinbar grundlos mit den Geschwistern. Für den Moment kannst Du die Flucht ergreifen – aber auf lange Sicht ist das keine Lösung. Adeba.de hat sich informiert und gibt Dir Anregungen, wie Du Deine Nerven in Zukunft schonen kannst.

Nicht das Kind – das Verhalten nervt!

Du bist sicherlich von Dir selber mehr als erschrocken, denn eigentlich liebst Du Dein Kind und plötzlich – bist Du einfach nur genervt. Ganz wichtig in der Situation: nicht Dein Kind ist schrecklich und nervig, sondern das Verhalten Deines Kindes geht Dir auf die Nerven. Für Dich ist es jetzt wichtig, herauszufinden, welches konkrete Verhalten Deines Kindes Dich stört. Also, was genau „nervt Dich“ - ist es das Bummeln am Morgen oder das Dein Kind Dir ständig ins Wort fällt oder …?! Die Antwort auf diese Frage bringt Dich ein gutes Stück weiter, denn einmal wird Dir damit klar, dass es ein bestimmtes Verhalten Deines Kindes ist, was Dir zu anstrengend ist, Dich wütend macht und über Deine Kraft geht. Zum anderen kannst Du hier ansetzen, um eine Lösung zu finden.

Das eigene Verhalten auf dem Prüfstand

Wenn Du für Dich geklärt hast, welches konkrete Verhalten Deines Kindes Dich stört, schau im nächsten Schritt, ob der kleine Mensch das Verhalten abstellen kann oder eben nicht. Versetze Dich dabei in Dein Kind hinein und beachte ganz besonders das Alter und den damit verbundenen Entwicklungsstand. Also, was ist in dem Alter des Kindes schon möglich und was überfordert Deinen Nachwuchs schon allein aufgrund seines Alters. Bestimmtes Verhalten kannst Du beeinflussen bzw. kannst Du Deinem Kind dabei helfen es abzustellen, andere Verhaltensweisen sind aufgrund des kindlichen Entwicklungsstandes einfach normal – und es ist nun an Dir, Dein eigenes Verhalten bzw. Deine Reaktion zu verändern. Also, ohne Wut, Groll oder böse Worte zu reagieren.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Auch wenn es scherzhaft gern so formuliert wird, Dein Kind ist eben kein kleiner Erwachsener. Aufgabe für Dich ist, dass Du versuchst, Dich in Deinen Nachwuchs hineinzuversetzen und hineinzufühlen. So entwickelst Du nach und nach ein Verständnis für Bedürfnisse und Eigenarten von Kindern. Deine Sichtweise auf bestimmte Dinge wird sich mit der Zeit verändern – so wirst Du mit einem Kleinkind vielmehr Wert auf eine kindgerecht eingerichtete Wohnung legen und in Restaurants ist plötzlich eine Wickelgelegenheit mindestens genau so wichtig wie ein tolles Tagesmenü. Zu Deiner Beruhigung sei gesagt, so wie Dein Kind sich Schritt für Schritt entwickeln darf, darfst Du das auch.

Achtung: Schuldgefühle

Um nerviges Verhalten Deines Kindes abzustellen – musst Du konsequent sein und Alternativen für „nervige“ Situationen finden. Schuldgefühle bei bestimmten Reaktionen und Regeln deinerseits – sind dabei eher hinderlich. Soll Dein Kind auch mal für eine überschaubare Zeit alleine sein, zum Beispiel auf einer Decke liegen oder in einem Laufstall – weil es einfach über Deine Kraft geht, Dein Kind ständig zu tragen oder zu beschäftigen – dann sei konsequent. Und vermittle Deinem Kind zum Beispiel auch über Deinen Gesichtsausdruck eine gewisse Sicherheit und Konsequenz. Stört Dich Dein Kind beim Kochen, dann kannst Du entweder genervt reagieren oder eine Alternative finden, also beispielsweise Dein Kind beim Kochen miteinbeziehen.

Klare Regeln - mit klaren Sanktionen

Verhalten ist nicht angeboren, Verhalten wird erlernt. Also, jedes Verhalten Deines Kindes, passend oder eher nicht, ist erlernt. Regeln und Konsequenzen auf bestimmtes Verhalten helfen, Dein Kind in die richtige Richtung zu lenken und positiven Einfluss auf das Verhalten zu nehmen. Regeln geben Deinem Kind einen Spielraum vor, innerhalb dessen es sich bewegen und entwickeln kann. Verletzt es Regeln , verlässt es also den Spielraum – müssen Konsequenzen folgen. Unpassendes Verhalten muss also für das Kind unangenehme Konsequenzen haben. Dein Kind muss sowohl Regeln, wie auch Konsequenzen kennen.

Klare Worte

Dein Kind braucht eine klare Richtung und klare Ansagen – das gibt ihm Sicherheit und das versteht es. Also, nicht viele Worte, womöglich noch mit einem ironischen Unterton, sondern klare einfache Worte und Ansagen. Dann kannst Du davon ausgehen, dass Dein Kind Dich auch versteht.

Sei Vorbild

Dein Verhalten ist für Dein Kind das beste Beispiel. Es schaut sich genau an und damit ab, wie Du Dich in bestimmten Situationen verhältst -also, sei Dir dieser Vorbildfunktion auch in kleinen Dingen bewusst.

Erziehung kostet Kraft und Zeit

Kinder kosten nicht nur Geld, sie kosten auch Zeit und viel Kraft. Es sind keine Maschinen, sondern kleine Individuen. Im übertragenen Sinn heißt das, was Du heute an Kraft und Zeit investierst, zahlt sich morgen aus. Das gilt allerdings auch im umgekehrten Fall. Und einmal erlernte und antrainierte unpassende Verhaltensweisen dem Kind wieder abzutrainieren – kostet Dich Kraft und Zeit.  Du bist für die Erziehung Deines Kindes verantwortlich.

Und wenn es nicht klappt …?

Erziehung kostet Zeit und Kraft und braucht einen langen Atem. Übung macht Meister. Und bleib mit Deinem Kind im Gespräch, sprich mit ihm und erkläre ihm, warum Du so reagierst bzw. warum Du ein bestimmtes Verhalten nicht tolerierst bzw. von ihm erwartest.

Weiterführender Link:
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