Hilfe, mein Kind schreit nur noch

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 06. October 2009 17:54 - 10057 Hits

baby_schreitEntspannt und zufrieden liegt Dein kleiner Schatz in seinem Bettchen und träumt vor sich hin. Ja, es könnte so schön sein. Doch statt ruhig im Bett zu liegen, schreit Dein Kind eine halbe Ewigkeit. Mit dem kleinen Schreihals auf dem Arm bist Du nun schon x-Mal durch die Wohnung gewandert, hast leise ein Lied gesummt, den Bauch massiert und irgendwie alles probiert was geht und trotzdem – der kleine Mensch will sich einfach nicht beruhigen lassen. Und Du bist nicht nur am Ende Deiner Weisheit, sondern vor allem auch am Ende Deiner Kraft.

Foto: Erich Kasten /pixelio.de

Säuglinge schreien – sie schreien wenn sie Hunger haben, sie schreien wenn die Windel voll ist, sie schreien wenn ihnen langweilig ist – egal, was los ist – mit eindringlichem und  kräftigem Geschrei lassen sie es die Welt wissen. Allerdings schreit Dein Baby am Tag mehr als drei Stunden und das scheinbar ohne Grund – dann handelt es sich womöglich um ein Schreibaby. Was ein Schreibaby genau ist und wie Du damit umgehen kannst, darüber informiert Dich adeba.de.

Was genau ist ein Schreibaby?

Schreien ist für einen Säugling ein ganz normales Verhalten. Ein Schreibaby allerdings betreibt das Schreien regelrecht exzessive. Nach der sogenannten „Dreierregel“ spricht man dann von einem Schreibaby, wenn

  • der Säugling mindestens drei Wochen lang, 
  • an drei Tagen in der Woche 
  • länger als drei Stunden schreit. 
Schreibabys sind leider keine Seltenheit. So zeigen Studien, dass bis zu 30% aller Kinder Schreibabys sind.

 

Symptome

In der Regel zeigen sich die ersten Symptome in der zweiten Lebenswoche und dauern dann bis zum vierten oder spätestens sechsten Monat an. In Einzelfällen aber auch länger. Symptome sind dabei vor allem: 

  • überdurchschnittliche lange und damit exzessive Schreiphasen
  • der Säugling lässt sich schwer oder gar nicht mehr beruhigen
  • das Kind ist extrem sensibel, selbst wenn es endlich zur Ruhe gebracht ist, reicht eine Winzigkeit aus, und der kleine Mensch ist wieder vollkommen unruhig und am Schreien
  • beim Schreien verkrampft sich das Kind, der Kopf wird rot vor Anstrengung und nicht selten setzt dabei kurz die Atmung aus
  • das Baby ist total übermüdet und überreizt
  • erst bei totaler Übermüdung tritt der Schlaf ein
  • häufig treten zusätzlich auch Stillprobleme auf

Ursachen

Zum Leid aller betroffenen Eltern sind die genauen Ursachen immer noch nicht geklärt. Fest steht, dass Säuglinge von Anfang an sehr sensible, aufmerksame kleine Menschen sind, die sehr viel erleben und empfinden. Dabei gibt es Kinder, die mit einer ganz besonderen Sensibilität geboren sind und es gibt Säuglinge, die bereits viel erlebt haben. Es wird davon ausgegangen, dass bereits das Ungeborene Stress und Sorgen der Mutter mitbekommt. Zusätzliche Belastungen kommen dann hinzu, wenn Ihr als Eltern erstmal  mit der neuen Aufgabe und Situation überfordert seid. All das bekommt Euer Kind mit.

Kurz gesagt, Stress, Sorgen, Probleme in der Schwangerschaft können mögliche Ursachen sein. Nicht auszuschließen sind aber auch Krankheit oder innere Verletzungen. Auch in der Wachstumsphase schreien Säuglinge vermehrt.

Umgang mit dem Schreibaby

Wie in allen schwierigen Situationen ist es ganz wichtig – Ruhe zu bewahren. Denn der kleine Mensch hat bereits ein sehr gutes Empfinden für Dich - bist Du unruhig und gestresst, so überträgt sich das leicht auf Deinen Säugling. Mit der Zeit wirst Du lernen, die „Schrei-Sprache“ Deines Kindes zu verstehen. Liegt kein erkennbarer Grund für das Schreien vor, kannst Folgendes ausprobieren:

  • Versuche Dein Kind zu beruhigen - dabei ist die leise und sanfte Stimme der Mutter oft ein gutes Mittel. Du kannst leise auf Dein Kind einreden oder ihm ein Lied vorsummen.
  • Versuche jeglichen Stress vom Kind fernzuhalten, also auch alle unnötigen Reize wie zum Beispiel Lärm.
  • Ein regelmäßiger Tagesablauf hilft Deinem Kind, sich an Wach- und Schlafzeiten zu gewöhnen. Übermüdung kannst Du also vermeiden, wenn Du einen klaren Tagesablauf vorgibst, sprich Dein Kind feste Schlaf- bzw. Ruhephasen hat.
  • Sind Blähungen Ursache für das Schreien (eventuell Dreimonatskoliken), dann kannst Du mit einer Bauchmassage, einem warmen Kissen oder entblähenden Tropfen versuchen, dem Kind Linderung zu verschaffen.
  • Manche Kinder lassen sich durch rhythmische bzw. schaukelnde Bewegungen beruhigen. Dafür kannst Du Dich entweder auf einen Gymnastikball setzen oder Deinen Säugling mit oder ohne Tragetuch tragen.

Hab den Mut und suche Dir Hilfe. So lass unbedingt von einem Arzt alle möglichen medizinischen Ursachen abklären. Mit Fragen kannst Dich auch an Deine Hebamme wenden. Bundesweit werden auch spezielle Sprechstunden für Schreibabys bzw. Schreiambulanzen angeboten. Bei der Suche nach einem Angebot in Deiner Nähe kann Dir Deine Hebamme oder auch Dein Kinderarzt helfen.

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