Läuse – unangenehme Gäste auf Kinderköpfen

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 05. November 2009 07:00 - 9810 Hits

maedchenAllein das Wort „Läuse“ lässt Dich schon erschaudern. Im Geiste siehst Du Dich  im Akkord Waschmaschinen füllen, Kuscheltiere in die Tielkühltruhe packen und vor allem Dein heulendes Kind zum x-ten Mal nach Läusen absuchen. Doch es hilft alles nichts, mehr oder weniger regelmäßig wird Läusealarm im Kindergarten ausgerufen. Und dann heißt es handeln. Was Du zum Thema Läuse wissen musst, dass hat adeba.de recherchiert.

Foto:catlovers / pixelio.de

Was sind eigentlich Kopfläuse?

Die Kopflaus ist ein auf den Menschen spezialisierter Parasit. Dabei lebt sie fast ausschließlich im Bereich des Kopfhaares, dabei  erreicht die Kopflaus eine Größe von bis zu drei Millimetern. Ernähren tut sich die Kopflaus von menschlichem Blut und das saugt sie mit ihrem Stechrüssel ca. alle zwei bis drei Stunden. Der Stich selber tut nicht weh, vielmehr verursacht aber das Speicheldrüsensekret einen nervigen Juckreiz. Übrigens, Läuse können nicht fliegen oder springen, aber ziemlich schnell laufen – sie „laufen als über“ von einem Kopf zum nächsten. Zur Beruhigung sei hier noch erwähnt, dass Läuse im Bezug auf die Übertragung von Krankheiten keine Rolle spielen. Fazit, Kopfläuse sind lästig, aber nicht gefährlich.

Ursachen für Läuse

Vor allem im Herbst und Winter treten Läuse auf, allerdings können sie sich grundsätzlich das ganze Jahr über vermehren und zur Plage werden. Kopfläuse sind kein Zeichen für mangelnde Hygiene! Normales Waschen und Kämmen der Haare vertreibt die Kopflaus nicht. Die Ausbreitung wird  vor allem durch eine späte Diagnose, falsche Behandlung und Heimlichtuerei gefördert.

Ansteckungsweg

Der Hauptansteckungsweg ist der Haar-zu-Haar Kontakt, zum Beispiel beim aneinander kuscheln. Stecken Kinder also ihre Köpfe zusammen - dann heißt es "Vorsicht!", denn dabei wandern die Läuse von einem Kopf zum anderen. Eine Ansteckung durch gemeinsames Benutzen von Kamm, Mütze etc. ist eher selten.

Wie erkenne ich Läuse?

Kopfläuse bleiben oft lange Zeit unentdeckt, denn die Parasiten sind mit bloßem Auge nicht zu entdecken. Doch spätestens ab dem Moment, wo Dein Kind sich ständig am Kopf kratzt und juckt, solltest Du aufmerksam werden. Die sicherste Methode Läuse aufzuspüren ist ein sorgfältiges Absuchen von Haaren und Kopfhaut. Am besten kämmst Du die Haaren Deines Kindes sorgfältig und systematisch unter gutem Licht mit einem speziellen Läuse- bzw. Nissenkamm. Den bekommst Du in Apotheken und Drogerien. Vor dem Absuchen kannst Du die Haare mit einer Spülung leicht kämmbarer machen und sie dann auch im feuchten Zustand untersuchen. Besonders die Region hinter den Ohren, im Nacken und den Schläfen wird von den Kopfläusen bevorzugt. Damit das Ganze für Dein Kind nicht zu unangenehm wird, kannst Du es zum Beispiel mit seinem Lieblingsvideofilm oder einem spannenden Kinderbuch einwenig ablenken.

Mein Kind hat Läuse – und jetzt?

Du hast auf dem Kopf Deines Schatzes Läuse entdeckt - das ist kein Grund zur Panik. Vielmehr ist jetzt schnelles und besonnenes Handeln gefragt.  

Behandlung vom Kinderkopf

Hast Du bei Deinem Kind Läuse entdeckt, solltest Du sofort mit der Behandlung beginnen. Effektive und gut verträgliche Läusemittel bekommst Du in der Apotheke. Besonders bewährt haben sich die Wirkstoffe Permethrin und Allethrin. Im Grunde kannst Du Dein Kind alleine zu Hause behandeln, der Gang zum Arzt ist nicht zwingend erforderlich. Etwas anderes gilt, wenn sich die Kopfhaut entzündet hat. Wichtig ist, dass Du die nassen Haare sehr sorgfältig auskämmst und die Anweisungen des Läusemittels ganz genau befolgst. Übrigens, auch Öko-Test  hat einige Produkte unter die Lupe genommen Durch die Behandlung werden alle lebenden Kopfläuse vernichtet. Um wirklich sicher zu gehen, das alle Läuse tot sind, musst Du die Behandlung nach neun Tagen wiederholen. So wird der Vermehrungszyklus unterbrochen. Verbleibende Nissen (Eier der Kopfläuse) können mit einem Nissenkamm entfernt werden.

Hausmittel jeglicher Art sind  weder empfehlenswert noch wirksam. Deshalb besser Hände weg. Vorbeugend kann allerdings ein Spritzer Obstessig oder Zitronenwasser im letzten Spülwasser beim Haarewaschen sein.

Und die Wohnung?

Da Kopflaus und deren Nachwuchs sich allein von menschlichem Blut ernähren und körperliche Wärme vom Menschen brauchen, kannst Du eine gewisse Gelassenheit bewahren, was das Reinigen von Kuscheltieren, Bettwäsche usw. angeht. Es ist grundsätzlich sinnvoll, sollte aber auf keinen Fall übertrieben werden. Du kannst Haargummis und Spangen in heißer Seifenlauge waschen und Textilien am besten bei 60 Grad. Kuscheltiere mindestens drei Tage in einen Plastiksack tun und gut verschließen – so kannst Du sicher gehen, dass weder Laus noch Nisse überlebt haben.

Meldepflicht

Als Elternteil bist Du sogar verpflichtet, Kindergarten und Schule, den Kopflausbefall zu melden. Da sich besonders dort die Läuse gut verbreiten können, müssen Erzieher und Eltern informiert werden, damit sie reagieren können und die Ausbreitung der Läuse unterbunden werden kann. Darüber hinaus ist eine schriftliche Bestätigung darüber, dass eine Behandlung begonnen hat, in solchen Einrichtungen erforderlich. Dabei ist teilweise eine Bescheinigung von den Eltern ausreichend, teilweise wird jedoch ein ärztliches Attest verlangt.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet das Faltblatt “Kopflaus – was tun?“als kostenlosen Download in verschiedenen Sprachen an.


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