Wenn das Abwehrsystem verrückt spielt - Allergien bei Kindern

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 07. November 2009 07:00 - 8243 Hits

jungenportraitZur Zeit atmen besonders viele Allergiker erleichtert auf und vor allem auch endlich mal wieder richtig tief durch. Grund, die Luft ist mehr oder weniger frei von Pollen – also endlich Ruhe, kein  Husten, keine laufende Nase und auch keine juckenden Augen – zumindest für einige Wochen. Denn schon bald wird sie wieder beginnen – die Pollenflugsaison. Bei günstigem Wetter kann bereits ab Januar mit den ersten Pollen von Erle und Haselnuss gerechnet werden. Das ist das schwere Los von Pollenallergikern. 

Foto: Andreas Zöllick / pixelio.de

Davon sind allerdings nicht nur Erwachsene, sondern zunehmend auch Kinder betroffen. Deutschlandweit leiden beispielsweise bereits mehr als 13 Prozent der Kinder an Pollenallergien. Doch Pollenallergien sind nicht die einzigen Allergien. Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Allergien bzw. allergischen Erkrankungen, die klein und groß das Leben schwer machen können.

Adeba.de hat sich mit dem Thema einwenig intensiver beschäftigt und versorgt Euch in einer kleinen Reihe mit Informationen und Tipps. Zum Anfang geben wir Dir einen kurzen Überblick über das Thema Allergien bei Kindern.

Allergie – was ist das eigentlich?

Eine Allergie ist eine fehlgesteuerte und eine „übertriebene“Reaktion des Immunsystems gegenüber einer bestimmten Substanz der Umwelt, also zum Beispiel gegenüber Pollen, Hausstaub, Tierhaaren oder einer bestimmten Nahrung. Allergien spielen sich dabei im Abwehrsystem des Körpers ab. Dabei reagiert das Immunsystem auf das jeweilige Antigene (Fremdstoff), indem es Antikörper bildet. Das Abwehrsystem erkennt das Antigene als fremd an und beginnt es zu bekämpfen. Dabei kann sich eine allergische Sofortreaktion im ganzen Körper abspielen und unbehandelt auch dramatisch verlaufen.

Ursachen

Die bisher einzig bekannte Ursache für Allergien ist die genetische Veranlagung. Leiden bereits die Eltern unter Allergien, dann ist das Risiko für den Nachwuchs deutlich erhöht, ebenfalls an einer Allergie zu erkranken. Darüber hinaus wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Entstehen von Allergien und den konkreten Lebensbedingungen gibt. So gelten zum Beispiel

  • übertriebene Hygiene, 
  • eine stärker Belastung der Umwelt durch Schadstoffe und 
  • immer frühere Konfrontation mit möglichen Allergenen als mögliche Risiken. 

Häufige Allergien bei Kindern

Bei Kindern treten vor allem folgende Allergien auf

  • allergische Reaktionen auf Insektenstiche, 
  • Nahrungsmittelallergien (insbesondere auf Kuhmilch, Nüsse etc.) 
  • allergische Reaktionen auf Medikamente (z.B. auf Penicillin, Kontrastmittel) 
  • Neurodermitis 
  • Pollenallergien 

 Darüber hinaus gibt es auch Kontaktekzeme.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Allergien in jedem Lebensalter auftreten können. Allerdings gibt es deutliche Häufungen für bestimmte Allergien in einzelnen Lebensabschnitten.

Säuglinge

Im Säuglingsalter tritt verstärkt die Kuhmilchallergie auf.

Kleinkinder

Bei Kleinkindern sind es verstärkt Innenraumallergien also beispielsweise Allergien gegen Tierhaare, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze.

Schulkinder

Je älter das Kind wird, desto häufiger treten Pollenallergien auf. So nehmen Pollenallergien ab einem Alter von vier Jahren deutlich zu.

Wie zeigen sich Allergien ?

Einmal mehr ist es wichtig, dass Du Dein Kind gut beobachtest. Folgende Frühsymptome können Anzeichen für eine Allergie sein:

  • Juckreiz 
  • Hautrötungen mit Hitzegefühle 
  • Quaddeln bzw. Pusteln 
  • juckende Augen und laufende Nase 
  • Bauchschmerzen 
  • Kopfschmerzen 
  • Reizhusten

Die schlimmste und gefährlichste Form einer allergischen Reaktion ist der anaphylaktische Schock. Dabei sind lebenswichtige Organe betroffen und unter Umständen kann es zum Kreislaufversagen kommen. Anzeichen für einen anaphylaktischen Schock sind

  • Übelkeit 
  • Kältegefühl 
  • Erbrechen 
  • Atemnot 
  • Schwindel 
  • innere Unruhe 
  • Herzklopfen bzw. Herzrasen 
  • Kreislaufversagen

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer schweren allergischen Reaktion

  • Verständige sofort den Notarzt! 
  • Lagere das Kind in Schocklage, dass heißt mit erhöhten Beinen und ansonsten flach. 
  • Bei Atemnot hingegen muss der Oberkörper unbedingt hochgelagert werden! 
  • Versuche Dein Kind zu beruhigen, halte es warm und lass es auf gar keinen Fall alleine, so lange bis der Arzt eintrifft. 
  • Hat der Arzt bestimmte Medikamente wie Asthmaspray verordnet, dann verwende sie auch. Das heißt gleichzeitig, dass Du solche Medikamente unbedingt immer dabei haben musst, für den Notfall!

Je schneller die Beschwerden einsetzen, desto schwerer verläuft in der Regel die allergische Reaktion. Deshalb solltest Du, auch wenn nur Frühsymptome auftreten, mit Deinem Kind sobald als möglich den Kinderarzt aufsuchen oder in schweren Fällen den Notarzt verständigen. Ein erneuter Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff kann lebensbedrohlich sein.

Vorbeugen

Da die genauen Ursachen für das Entstehen einer Allergie noch nicht bekannt sind, sind vorbeugende Maßnahmen schwierig. Was Du aber auf jeden Fall tun kannst, um Dein Kind zu schützen ist

  • Stillen - stille Deinen Säugling am besten für mindestens vier bis sechs Monate!
  • Setze Dein Kind nie Zigarettenrauch aus! 
  • Vermeide hochallergene Nahrungsmittel ( Nüße, Milch, Fisch, Ei) mindestens bis zum vollendeten ersten Lebensjahr!

Weiterführender Link:
  Bücher zum Thema


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