Stille Nacht, Heilige Nacht

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Kategorie: Adeba Magazin
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 20. December 2009 07:00 - 7596 Hits

stillenachtEgal wo Du Weihnachten feierst, das Lied erklingt immer und überall. „Stille Nacht, Heilige Nacht“ nämlich. In unzählig viele Sprachen sind die bekannten Liedzeilen übersetzt worden. Und die stammen übrigens aus der Feder von Josef Mohr und Franz Xaver Gruber und erklangen erstmals in der Heiligen Nacht 1818 in der St. Nikolaus Kirche im österreichischen Oberndorf.  Um die Entstehungsgeschichte von bekannten Liedern ranken sich ja gern  Legenden. Die Legende um die Entstehung von „Stille Nacht“ ist aber sicherlich eine der Schönsten.

Foto: joujou / pixelio.de  


Wir schreiben das Jahr 1818. Die Napoleonischen Kriege haben große Armut ins Land gebracht. Die Menschen hungern und hinzu kommt ein furchtbar strenger Winter. Doch genau in diese kalte und dunkle Zeit soll die Geburtsstunde von einem der schönsten Weihnachtsliedern aller Zeit fallen. 

Zu der Zeit arbeitet Joseph Moor als Hilfspfarrer. In der bevorstehenden Christmette möchte er den arg gebeutelten Menschen eine besondere Freude machen. Ein neues, ein ganz besonderes Lied soll erklingen. Ein Lied, das Hoffnung schenkt und Licht ins Dunkel bringt. Als Josef Moor sich allerdings drei Tage vor Weihnachten an die Kirchenorgel setzt, um das neue Lied zu üben, lässt sich der Orgel nicht ein einziger Ton entlocken. Alles was das Instrument von sich gibt, ist ein kurzes klägliches Pfeifen und dann herrscht Stille.

In dem Moment machen sich drei kleine Mäuse noch kleiner. Paulchen, Peter und Pankraz ziehen die Köpfe ein und schauen sich schuldbewusst an. Schlagartig wird den kleinen Kirchenmäuse nämlich klar, was sie angestellt haben. Weil es so bitter bitter kalt ist, haben sie es sich schon seit einiger Zeit am Blasebalg gemütlich gemacht, dort ihr Nachtlager aufgeschlagen und auch des öfteren am warmen Leder geknappert. „Jetzt haben wir dem Pfarrer die Weihnachtsmesse vermasselt,“ schluchzen die drei kleinen Mäuse. 

Genau in diesem Moment betritt Franz Gruber die Kirche. Der Lehrer spürt sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist und bemerkt sehr schnell die Verzweiflung seines Freundes Josef Moor. Der hatte sich ja so sehr auf die Premiere seines Liedes gefreut und nun das.

„Keine Sorge, das kriegen wir schon hin,“ versucht der Lehrer seinen Freund zu trösten,“ gib mir den Text und besorge mir eine Gitarre, dann schreibe ich eine Melodie.“. Josef Moor atmet auf, von einem Moment zum anderen geht es ihm besser. Doch, woher eine Gitarre nehmen. 

Die drei kleinen Kirchenmäuse horchen auf. Na da können sie doch helfen. Schnurstracks machen sich Paulchen, Peter und Pankraz auf den Weg. Draußen ist es finster, ein eisiger Wind fegt durch die Straßen. Dann lauert da noch eine gefährliche Katze am Friedhof. Doch die kleinen Mäuse sind flink, sie entkommen der Katze, huschen um Häuserecken und kommen endlich in der alten Pfarrei an. Dort gehen sie schnurstracks in den Keller und genau da ist sie auch – die Gitarre. Einwenig eingestaubt und leicht verstimmt, aber eine echte Gitarre. Die drei kleinen Mäuse nehmen alle Kräfte zusammen und bugsieren die Gitarre die Treppe hoch, durch die Straßen und Gassen und durch den Schnee. Dabei kneifen sie  die Augen fest zusammen, denn der eiskalte Wind pustet ihnen doch ganz kräftig entgegen. Endlich, endlich sehen sie die Kirche. Sie haben es geschafft, mit letzter Kraft tragen sie die Gitarre in die Kirche hinein und legen sie im Altarraum ab. Als Josef Moor und Franz Gruber am Morgen des Heiligabend in die Kirche kommen, können sie ihren Augen kaum trauen. Da liegt doch tatsächlich eine Gitarre. 

Und so erklingt am Heiligabend 1818 dann zum allerersten Mal  „Stille Nacht, Heilige Nacht“ in der St. Nikolaus Kirche in Oberndorf. Die Menschen sind verzaubert und vergessen für einige kurze Momente all das Schwere. Die frohe Botschaft von der Geburt Jesu und vom Frieden auf der ganzen Welt lässt auch sie wieder neue Hoffnung schöpfen.

Tja, ob es nun wirklich so war oder doch ein kleinwenig anders. Das ist ja eigentlich egal, denn ganz sicher ist es eine richtig schöne Geschichte.

Damit Du und Deine Familie unterm Weihnachtsbaum auch das bekannste Weihnachtslied anstimmen könnt, hier der komplette Text. 

Stille Nacht, Heilige Nacht 


1.Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

2. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O wie lacht
Lieb´ aus deinem göttlichen Mund,
Da schlägt uns die rettende Stund´.
Jesus in deiner Geburt!
Jesus in deiner Geburt!

3. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höhn
Uns der Gnaden Fülle läßt seh´n
Jesum in Menschengestalt,
Jesum in Menschengestalt

4. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt,
Jesus die Völker der Welt.

5. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß,
Aller Welt Schonung verhieß.

6. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Alleluja,
Tönt es laut bei Ferne und Nah:
Jesus der Retter ist da!
Jesus der Retter ist da!

Übrigens noch mehr Interessantes rund um das berühmte Lied findest Du auch auf der Seite www.stillenacht.at


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