Angst vor dem schützenden Piks

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Kategorie: Gesundheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 08. January 2010 07:00 - 6928 Hits

traenenDass Du es gut mit Deinem Kind meinst, ist überhaupt keine Frage. Lieder sieht und vor allem versteht Dein kleiner Schatz das nur überhaupt nicht. Und deshalb versteht Dein Kind auch nicht, warum diese spitze Nadel unbedingt in seinen Arm reinpiksen soll. Es schreit und weint und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Impfspritze.

Foto: Björn Rauscher / pixelio.de

Nun ist guter Rat teuer. Denn Dein Kind kommt nicht drumherum und im Laufe der Kindheit warten noch etliche weitere Impfungen, Injektionen und ähnliches. Du möchtest Deinem Kind gern helfen und ihm die Angst vor dem „gefährlichen“ Einstich zu nehmen.
Mit dem Wunsch und damit mit dem Problem stehst Du nicht alleine da. Denn die meisten Kleinkinder haben Angst vor dem Kinderarzt. Ausziehen – NEIN, Anfassen – NEIN und Impfen – NEIN. Schauen wir uns das Ganze aus Sicht des Kindes an, dann macht das schon Sinn. Denn ein völlig Fremder will etwas von Deinem Kind, kommt ihm ganz nah, will es anfassen und auch noch mit einem Ungetüm von Nadel piksen. Und das aller schlimmste, die geliebte Mama die macht da auch noch mit. Das ist eindeutig zu viel für Dein Kind und von ihm so überhaupt nicht zu verstehen. Kein Wunder also, das ein Kleinkind so reagiert,wie es reagiert. Was kannst Du nun tun?!

Ein Arzt Eures Vertrauens

Wie bei jedem anderen Arzt, sollte bzw. muss auch der Kinderarzt einer sein, dem Du vertraust. Bei dem Du ein gutes Gefühl hast und der auf Dein Kind eingeht. Das heißt zum Beispiel, dass der Arzt erstmal einen Kontakt zum Kind aufbaut und das vor der eigentlichen Untersuchung. So kann sich das Kind entspannen und bekommt eine positive Grundstimmung. Je nach Alter wird der Kinderarzt dann mit dem Kind kurz und dem Alter entsprechend reden, die einzelnen Schritte ankündigen und erklären und auch das Untersuchungsgerät mal anfassen lassen. 

Der Arztbesuch

Ideal ist ein Arzttermin zu einer Uhrzeit, wo Dein Kind voraussichtlich weder hungrig noch müde ist. Am Anfang kannst Du Deinem Kind die unbekannte Umgebung in aller Ruhe zeigen. Die Wartezeit könnt Ihr entspannt gestalten, zum Beispiel mit dem Vorlesen aus einem Buch oder einem kleinen Spiel. 

Der Piks

Alle besonderen Empfindungen, also z.B. das kalte Stethoskop und das Kitzeln vom Otoskop im Ohr müssen angekündigt werden. Das gilt auch für unangenehme Empfindungen. Das heißt, auch der Piks mit der Spritze muss angekündigt werden z.B. „So jetzt pikst es einbisschen.“ Mach aber auf keinen Fall ein Drama aus der Spritze oder belüge Dein Kind „Nein, da passiert gar nichts .“ bzw. „Das tut überhaupt nicht weh“. Dadurch würde Dein Kind nur lernen, dass es Dir nicht vertrauen kann.

Für Kinder ist Körperkontakt wichtig. Der gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Deshalb halte Dein Kind, so kann es sich bei einer Abwehrbewegung auch nicht verletzen.

Belohnung 

Hat Dein Kind Untersuchung und Impfung hinter sich gebracht, dann darf ruhig ein dickes Lob sein. Viele Ärzte sind auf kleine Patienten gut vorbereitet und haben auch eine kleine Schatzkiste, in die das Kind nach der Behandlung hineingreifen darf. Du kannst es ähnlich handhaben und Dein Kind mit einer schöne Sache belohnen. 

Und bei Tränen?

Ganz wichtig ist, dass Du, egal wie Dein Kind reagiert, ruhig bleibst. Je unruhiger Du wirst, desto gestresster reagiert auch Dein Kind. Deshalb, wenn die Tränen kullern, dann behalte den Körperkontakt bei. Sprich leise, beruhigend und freundlich auf Dein Kind ein. Streichle ihm beruhigend über die Wange. Schimpfe auf keinen Fall mit Deinem Kind und übe auch keine körperliche Gewalt aus. Aber sei dennoch konsequent und bestehe auf die notwendige Untersuchung. Je nach Alter versuche Deinem Kind durch Dein Verhalten und durch Worte deutlich zu machen, dass der Arzt nichts Böses will, sondern helfen will. 

Auszeit

Steigert sich Dein Kind allerdings in seine Angst hinein, verkrampft es total und ist überhaupt nicht mehr zu beruhigen, dann kann eine Auszeit sinnvoll sein. Ist der Arzt einverstanden, dann kann er sich um den nächsten Patienten kümmern, während Du Dein Kind beruhigst. Anschließend könnt Ihr dann einen weiteren Versuch unternehmen. Allerdings klappt das nicht bei jedem Kind. Du kennst Deinen Schatz und weiß sicher am besten, ob eine solche Auszeit Sinn macht oder das Ganze noch verschlimmert. 

Übrigens, wie vieles so vergeht auch die Zeit der „Angst vor dem Arzt bzw. Piks“ Phase bei Deinem Kind. Irgendwann wird auch Dein Kind wie selbstverständlich zum Arzt mitkommen. 


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