Tragehilfen - bequem, aber Vorsicht

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Kategorie: Sicherheit
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 01. May 2010 07:00 - 7641 Hits

baby_by_meltis_pixelio.deWir gucken uns ja so manches von Mutter Natur ab. Und ähnlich wie zum Beispiel die Kängurumutter tragen auch viele  Menschenmütter ihren Nachwuchs in einem Beutel bzw. Tuch vor dem Bauch. Teilweise, weil es der Kinderwagen als Transportmittel schlicht ungeeignet oder unbekannt, teilweise aus dem Wunsch nach intensiver Näher zum Kind heraus, wählen Frauen diese Tragemethode.

Foto: meltis/ pixelio.de

Säugling sind „Traglinge“, das heißt, sie wollen (und müssen) getragen werden und besonders in den ersten Monaten ist die intensive Nähe zur Mutter bzw. zum Vater besonders auch durch das Tragen gegeben. Egal ob Babytuch, Babytragetuch oder Babytragebeutel. Für viele Mütter zählt neben dem intensiven Körperkontakt, vor allem die praktische Komponente. Denn so einfach geht’s: Umhängen bzw. Umbinden, Baby reinsetzen und fertig. Ohne große Einschränkung bist Du weiterhin mobil und hast dabei vor allem beide Hände frei.

Vorteile des Tragens

  • Mit dem Baby im Tragetuch bist Du deutlich mobiler und hast immer beide Hände frei.
  • Ein Tragetuch wiegt weniger als ein Kinderwagen, braucht weniger Platz und kann ohne Mühe überall hin mitgenommen werden, auch auf Reisen.
  • Das Bedürfnis des Babys nach Nähe und Körperkontakt kann so problemlos gestillt werden.
  • Mit einem Tragetuch kannst Du das Baby sowohl auf dem Bauch, als auch auf dem Rücken tragen.
  • Das Tragen  in der Anhock-Spreizhaltung (d.h. Die Beine des Kindes hängen nicht einfach gerade herunter) kann sogar einer Hüftdysplasien vorbeugen

Nachteile

  • Es gibt einige Einschränkungen in der persönlichen Beweglichkeit, denn Bücken, Beugen oder ähnliches fällt erstmal schwerer, aber das ist genauso eine Übungssache, wie das Anlegen des Tuches.
  • Nicht jedes Baby lässt sich gern auf diese Weise tragen. Teilweise braucht das Kind Zeit sich daran zu gewöhnen, teilweise überträgt sich die Unsicherheit des Tragenden auf das Kind oder das Tuch ist falsch gebunden und so für das Kind unbequem.

Tipp

  • Achte auf eine gute Tragehilfe, die zum Beispiel das Gewicht des Kindes entsprechend verteilt.
  • Das Tragetuch sollte nicht zu lang sein, denn herunter hängende Enden können zu Stolperfallen werden.
  • Tücher hergestellt aus Rohstoffen aus kontrolliertem biologischen Anbau geben Dir die Sicherheit, dass zum Beispiel keine Schadstoffe oder allergieauslösende Stoffe enthalten sind.
  • Das Binden auf dem Bauch eignet sich besonders für kleinere Kinder und geht theoretisch ab dem 1. Lebenstag.
  • Das Binden auf dem Rücken eignet sich für Kinder ab der Geburt, bis sie zu schwer zum Tragen sind. Es ist die bequemere Trageart und bietet Freiraum um z.B. in der Küche ungestört zu hantieren oder am Schreibtisch zu arbeiten.
  • Wenn möglich, besuche einen sogenannten Tragekurs bzw. lass Dir den Umgang mit dem Tragetuch von erfahrenden Nutzer zeigen und erklären.

Hinweis

Die amerikanische Verbraucherzentrale für Produktsicherheit mahnt aktuell zur Vorsicht im Umgang mit Babytragebeuteln – bzw. säcken. Im Jahr 2009 sind 14 Todesfällen in den Zusammenhang mit einer solchen Tragehilfe gebracht worden.
Neben einer Empfehlung für den richtigen Gebrauch, sind drei Produkte aufgrund von Sicherheitsmängeln zurückgerufen worden (so z.B. TK Maxx Babytrage).

Gewarnt wird in dem Zusammenhang vor Tragehilfen, die eine Art Schlaufe bilden. Sie sind nicht immer risikofrei und können auf zwei Wegen zum Erstickungstod von Babys führen: Zum einen können Babys in den ersten Lebensmonaten aufgrund ihrer schwachen Nackenmuskulatur die Stellung ihres Kopfes nicht aktiv kontrollieren, was bedeutet, dass sie nicht befreiend reagieren können, wenn das Tuch sich gegen ihre Nase und Mund presst und sie nicht mehr ausreichend Luft bekommen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Säuglinge in dem Tuch sich in einer stark gekrümmten Beugehaltung befinden. Wenn dann noch das Kinn auf die Brust gedrückt wird, bekommt das Kind kaum mehr Luft und kann sich auch nicht durch Schreien bemerkbar machen.

Kritisch angemerkt und gewarnt wird auch vor Tragehilfen im Taschenstil, die mit einem Halter um die Schulter der Eltern gebunden werden. Das Kind nimmt dabei automatisch eine gebeugte, C-förmige Position ein. Das kann zum Beispiel für Frühgeburten oder Kinder mit einem Atemwegsinfekt gefährlich werden.


Geraten wird, Kinder immer in einer aufrechten Position mit dem Gesicht zur Mutter im Tragetuch zu tragen. Das Gesicht des Kindes sollte nicht bedeckt und immer gut sichtbar sein.

Ökotest hat vor geraumer Zeit einige Tragehilfen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse liest Du hier.

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