Achtung – Dein Kind beobachtet Dich ganz genau

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Kategorie: Adeba Magazin
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 26. June 2010 07:00 - 10099 Hits

spiegelkind_by_Renate_Tr___e_pixelio.de

Da wird ganz genau hingeschaut. Die Nase, die Augen, der Mund .. ach klar, „Ganz die Mama!“ oder „Ganz der Papa“. Ja, besonders die lieben Verwandten schärfen den Blick und nehmen den neuen Erdenbewohner ganz genau unter die Lupe, um ja jede vorhandene oder nicht vorhandene Ähnlichkeiten zu erkennen. Und ganz ehrlich, wie oft hast Du Dich selber „wiedererkannt“, wenn Du Dein Kind mal in einer ruhigen Minuten beobachtet hast. Nicht nur die Äußerlichkeiten, sondern die Art, eine Geste oder ein bestimmtes Verhalten?

Foto: Renate Tröße / pixelio.de

Wissenschaftler in Australien und Südafrika haben sich das Ganze nun mal professionell angeschaut und genauer untersucht. Und sie kommen zu dem Schluss, dass es eine menschliche Besonderheit ist, dass Kinder bis ins kleinste Detail nachahmen, was ihnen von den Eltern vorgemacht wird – auch, wenn es nicht immer sinnvoll ist. Das unterscheidet kleine Menschen, von z.B. jungen Schimpansen oder Hunden. Die ahmen zwar auch ihre Eltern nach, aber "beschränken" sich dabei auf nur die wirklich relevanten Handlungen und Aktivitäten, die z.B. zur Nahrung führen. Junge Tiere konzentrieren sich beim Lernen mehr auf das eigentliche Ziel, beispielsweise an Nahrung zu kommen. Anders Menschenkinder, die eher nach der Devise „der Weg ist das Ziel“ mehr oder weniger alles imitieren, was sie besonders bei ihren Eltern sehen.

Sehr anschaulich wurde diese Erkenntnis in einem durchgeführten Experiment.

Da australische Eltern ihren Kindern in der Regel erklären, was sie tun, beobachteten die Wissenschaftler auch Kinder von Buschmännern der Kalahari Wüste. Denn dort geben Eltern den Kindern keine Anweisungen, sondern lassen Kinder vielmehr durch Beobachtung und eigenes Ausprobieren etwas erlernen.

Die Experten ließen insgesamt 90 Kinder, im Alter von zwei bis dreizehn Jahren, und aus Brisbane oder aus der Kalahari Wüste stammten, eine Schatulle öffnen, die ein Spielzeug enthielt. Eine kleine Gruppe durfte vorher mit eben dieser Schatulle spielen und dabei selbst herausfinden, wie sie an das Spielzeug kamen.

Die Öffnungsmechanismen waren einfach gehalten, z.B. das Drehen eines Knopfes. Alle Kinder erhielten dann eine Unterweisung von einem Erwachsenen, wie sie die Box öffnen könnten. In die Vorführung eingebaut war eine unsinnige Handlung, wie z.B. vor dem Öffnen Kreise mit einem Stecken auf der Oberfläche der Schatulle zu ziehen. Das verblüffende Ergebnis: Alle Kinder wendeten unabhängig von ihrer Herkunft auch die bedeutungslosen Gesten des Erwachsenen an, um die kleine Truhe mit dem Spielzeug zu öffnen.

Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass das ausgeprägte Nachahmungsverhalten bei uns  Menschen eine bedeutende Rolle bei der Übermittlung der menschlichen Kultur spielt. Denn auf diese Weise können sich Heranwachsende komplizierte Verhaltensweisen einer Kultur leichter einprägen.

Ob dieses Verhalten allerdings weltweit vorherrscht, muss von weiteren Studien erst noch belegt werden. Darüber hinaus ist auch noch nicht geklärt, warum Kinder eigentlich die Handlungen von Erwachsenen so genau kopieren. Vielleicht gehen Kinder dabei davon aus, dass alles, was Erwachsene tun, auch logisch und richtig ist, auch wenn das Kind es nicht versteht. Vielleicht handelt es sich aber auch um eine genetische Veranlagung des Menschen, einfach durch Nachahmung zu lernen.


Der Satz „Du brauchst Deine Kinder nicht erziehen, sie machen Dir eh alles nach.“ gewinnt nun sogar eine wissenschaftlich nachgewiesen Bedeutung.


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