Verhüten während der Stillzeit

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Kategorie: Adeba Magazin
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 30. June 2010 07:00 - 10305 Hits

verhuetung_by_Tomizak_pixelio.deGestern noch Ehemann, Ehefrau und Liebespaar, heute Mama und Papa. Die Zweierbeziehung von gestern, ist über Nacht zu einer süßen Kleinfamilie geworden – Nachwuchs hat sich eingestellt. Klar, die Freude darüber ist groß und Ihr findet Euch auch langsam in den neuen Rolle als „Mama“ und „Papa“ zurecht. Aber trotzdem, die Zweisamkeit soll nicht auf der Strecke bleiben – da seid Ihr Euch einig. Also, Sex ja, aber bitte sicher.

Foto:Tomizak / pixelio.de

Aber, wie schaut es jetzt eigentlich mit Verhütung aus? Irgendwo hast Du mal gehört, wenn Du stillst – kann da eigentlich gar nichts passieren? Vor und während der Schwangerschaft war Verhütung kein Thema, aber jetzt musst sich die Frage nach der sicheren Verhütungsmethode neu gestellt werden. An das Verhütungsmittel während der Stillzeit werden darüber hinaus besondere Anforderungen gestellt.

Adeba.de  fasst hier die wichtigsten Informationen zusammen und möchte Dir so bei der Entscheidung helfen.

Stillen

Einige Untersuchungen haben tatsächlich nachgewiesen, dass das Stillen einen Empfängnisschutz bietet. Der ist jedoch an einige Bedingungen geknüpft, so ist der Empfängnisschutz mit einem Pearl Index von 2-4 nur dann gegegeben, wenn Du voll stillst.

Das heißt:

  • Du stillst rund um die Uhr und mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden.
  • Zwischen den einzelnen Stillzeiten gibt es nur Pausen die kürzer als 6 Stunden sind.
  • Am Tag stillst Du insgesamt mehr als 80 Minuten.
  • Du fütterst nicht zu.
  • Deine Regelblutung hat noch nicht wieder eingesetzt.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass der Empfängnisschutz sinkt, wenn Du Deinem Kind häufig ein Teefläschchen bekommt oder den Schnuller.

Die natürliche Verhütung durch das Stillen hängt mit dem milchbildenden Hormon Prolaktin zusammen. Das Hormon bremst nämlich die Aktivitäten des Eierstocks. Stillst Du also voll, findet in der Regel kein Eisprung statt und es kann zu keiner Schwangerschaft kommen. Allerdings wirken sich längere Pausen zwischen den einzelnen Stillzeiten ebenso negativ auf diesen natürlichen Empfängnisschutz aus, wie das Zufüttern.


Es stimmt also schon, dass konsequentes Stillen ein natürliches Verhütungsmittel ist, allerdings kann es trotzdem zur Schwangerschaft kommen. Um also ganz sicher zu gehen, solltest Du ein zusätzliches Verhütungsmittel nutzen.

Welche Verhütungsmethode eignet sich?

Es gibt verschiedene Verhütungsmittel, die sich auch für die besonderen Ansprüche in der Stillzeit eignen.

Kondom

Das Kondom ist auch in der Stillzeit ein geeignetes Verhütungsmittel. Es lässt sich sofort nach der Geburt anwenden und hat vor allem keinen Einfluss auf die Muttermilch.

Weitere „Barrieremethoden“

Diaphragma und Verhütungskappen eignen sich ebenfalls, auch sie haben keine negative Wirkungen auf die Milchproduktion bzw. die Muttermilch. Allerdings müssen diese Verhütungsmittel neu angepasst werden. Denn die Größe kann sich durch körperliche Veränderungen der Schwangerschaft bzw. die Geburt verändert haben.
Ein neues Diaphragma kann in der Regel erst drei Monate nach der Geburt angepasst werden.

Tipp

Für die Barrieremethoden gilt allerdings, die Zuverlässlichkeit hängt von der sicheren und konsequenten Anwendung ab.

Hormonelle Verhütungsmittel

Verhütungsmittel wie z.B. die Pille (genauer das Kombinationspräparat in Form der  Mikropille  also mit den Hormonen Östrogen und Gestagen) , Vaginalring und Verhütungspflaster sind in der Stillzeit eher ungeeignet. Die in den Verhütungsmitteln enthaltenen weiblichen Geschlechtshormone können sich auf die Milchproduktion auswirken und diese stören. Es besteht auch die Gefahr, dass zu große Hormonmengen in die Muttermilch gelangen.

Die Mini-Pille, sie enthält lediglich das Hormon Gestagen, soll sich hingegen nicht auf die Milchproduktion auswirken und auch die Zusammensetzung der Muttermilch nicht beeinflussen. Die Einnahme sollte frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt erfolgen. Ebenfalls reine Gestagenpräparate und damit mögliche Verhütungsmethoden sind die Dreimonatsspritze, die Hormonspirale und Verhütungsstäbchen.

Natürliche Verhütungsmethoden

In der Stillzeit sind natürliche Verhütungsmethoden wie z.B. die Temperaturmessung eher unsicher. Da Dein Schlafrhythmus doch vom Kind durcheinandergewirbelt und bestimmt wird, ist auch die morgendliche Aufwachtemperatur keine zuverlässige Angabe.
Darüber hinaus sind Verhütungsmethoden die Selbstdisziplin und Regelmäßigkeit erfordern, in der Stillzeit eher ungeeignet. Deine Aufmerksamkeit wird voll und ganz von Deinem Säugling in Anspruch genommen, das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Kraft und nimmt Dich voll in Anspruch.

Pille danach

Auch während der Stillzeit kann die "Pille danach" genommen werden. Allerdings enthält sie Hormone, die in die Muttermilch übergehen. Deshalb ganz wichtig  vor der Einnahme stillen und den nächsten Stilltermin auslassen, die Milch dann abpumpen und wegwerfen.

Bist Du unsicher oder hast Fragen, dann wende Dich an Deinen Frauenarzt.

 

Weiterführender Link:
  Bücher zum Thema Verhütung


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