Babyschwimmen ist in – Rotaviren schwimmen mit

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Kategorie: Gesundheit
Erstellung am: 02. December 2008 13:37 - 12543 Hits

Quelle:
Deutschen Grünen Kreuz e. V.

Baby-1-dgk(pgk) Es gluckst und planscht im Becken, wohliges Prusten allenthalben: Schon die Kleinsten sind ganz in ihrem Element. Auf spielerische Weise können beim Babyschwimmen Bewegungsabläufe trainiert werden.

Naturgemäß denken die Eltern nicht daran, was alles im Badewasser so mitschwimmt. Anders die Wissenschaftler des GSF – Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (Helmholtz-Gemeinschaft). Sie haben bei mehr als 2.000 Säuglingen festgestellt, dass offenbar ein erhöhtes Risiko von Infektionen, speziell von Durchfallerkrankungen und Mittelohrentzündungen,besteht, wenn Babys im ersten Lebensjahr Babyschwimmkurse besuchen.Daher empfehlen mittlerweile viele Kinderärzte, Babys vor dem ersten Schwimmbadbesuch gegen Rotavirus-Infektionen impfen zu lassen. Denn Babys schlucken nun mal ziemlich
viel Wasser beim Planschen.

Babys sind ein Häufchen Elend, wenn sie spucken, Bauchweh und Durchfall haben. Krankheitserreger gibt es zahlreiche, die diese Beschwerden verursachen, die Rotaviren allerdings sind am häufigsten. Dabei sind Infektionen fast unvermeidbar, denn die Viren trotzen praktisch jeder Hygiene. Am häufigsten trifft es Säuglinge und Kleinkinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, ausgerechnet bei ihnen sind die Krankheitsverläufe auch am schwersten. Der hohe Verlust von Wasser und Salzen aufgrund des Durchfalls – manchmal bis zu 20 Mal am Tag über zwei bis sechs Tage – kann rasch zum Austrocknen beim Säugling führen, Erbrechen und Fieber tun ein Übriges.

Auch den Eltern wird einiges abverlangt, nicht nur in der intensiven Pflege ihres Kindes, die meist auch bei einem Klinik-aufenthalt des Kindes weiterhin nötig ist, da das Pflegepersonal diese nicht leisten kann. Etwa ein Drittel der Familien muss bei einer Rotavirus-Erkrankung eines Kindes Arbeitsfehltage einreichen, wenn ein Klinikaufenthalt notwendig wird, sind es sogar 48 Prozent. Je nachdem, wie schwer die Krankheit verläuft, müssen bis zu fünf Fehltage eingeplant werden. Dies wurde kürzlich in einer deutschen Studie untersucht, bei der retrospektiv bei niedergelassenen Kinderärzten und in einer Klinik Daten erhoben wurden.

Rotavirus-Schluckimpfstoffe sind seit 2006 in Deutschland erhältlich, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie europäische und deutsche Fachgesell-schaften fordern, dass die Impfung in bestehende Impfpläne integriert wird. So etwa in den kürzlich veröffentlichten Leitlinien der ESPID (Europäische Gesellschaft für pädiatrische Infektionskrankheiten) und der ESPGHAN (Europäische Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung). Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DAKJ) spricht sich bereits seit 2006 für eine generelle Rotavirus-Impfung aller Säuglinge aus. In einigen europäischen Ländern ist die Umsetzung bereits Realität: in Österreich, Belgien, Luxemburgund Finnland. Derzeit existiert noch keine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission, die Sächsische Impfkommission empfiehlt seit Januar 2008 die Impfung aller Babys ab sechs Wochen. Zwei oder drei Impfstoffgaben sind notwendig, je nachdem, welcher Impfstoff verwendet wird.
Rotavirus-Schluckimpfstoffe bieten ein hohes Maß an Wirksamkeit und Sicherheit. So wird eine schwere Rotavirus-Gastroenteritis – je nach verwendetem Impfstoff zu 95,8 bzw. 98 Prozent verhindert, eine Klinikeinweisung bis zu 100 Prozent. Frühgeborene sollen generell – gemäß ihrem chronologische Alter – alle Impfungen erhalten, wenn auch unter guter Beobachtung. Die Rotavirus-Schluckimpfung macht hier keine Ausnahme und kann Frühgeborenen ebenfalls verabreicht werden. Wirksamkeit und Verträglichkeit sind mit der bei Reifgeborenen vergleichbar.

Wichtig ist, mit der Impfung sehr früh zu beginnen, schon mit sechs Lebenswochen. Die ganze Impfserie selbst sollte außerdem abgeschlossen sein, wenn das Baby ein halbes Jahr alt ist. Der früh einsetzende Schutz lässt die Kinder sicher durch die ersten beiden Lebensjahre kommen, wenn Rotaviren für sie am gefährlichsten sind.

Quellen: LISA-Studie, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit; Pädiatrische Rotavirusgastroenteritis – Symptome und Häufigkeit. M. Borte et al. Pädiatrische Praxis 71, 249-258; Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition. Vesikari et al. Vol 46: S38-48


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