Was macht einen guten Schulranzen aus?

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Kategorie: Schule
Dieser Artikel wurde eingestellt von: AM
Erstellung am: 15. May 2009 21:33 - 6607 Hits

ranzenErinnert Ihr Euch noch: früher waren sie aus Leder und meistens braun. Die Rede ist von Schulranzen. Heute gibt es für Kinder nur zwei Urteile über Schulranzen: "Voll gut!" oder "Echt uncool!". Glücklicherweise ist die Auswahl an Schultaschen immens und bietet für jeden Geschmack etwas. Doch Ranzen sollten nicht nur ein cooles Outfit haben, sondern auch den Rücken schonen. Foto: rebel pixelio.de

Schulärzte stellen bei Reihenuntersuchungen zunehmend Haltungsschäden bei Kindern fest. Ein Grund dafür sind nach Auskunft von Dr. Dietmar Krause, Rückenexperte beim Deutschen Grünen Kreuz, zu schwere und schlecht sitzende Ranzen. Dies belaste die junge Wirbelsäule unnötig und kann zu Rücken- und Kopfschmerzen führen. "Durchschnittlich 5,5 Kilogramm (kg) wiegt das Material, das Kinder bis zur vierten Klasse täglich bewältigen. Hauptschüler schleppen fast 8 kg, Gymnasiasten gar 12 kg täglich", so Krause. Kein Wunder, wenn Schüler in Bussen ihren Ballast mit hörbarem Knall auf den Boden werfen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: "Die Schultaschen vieler Kinder gleichen geradezu einer Wundertüte. Was man da alles finden kann", weiß Krause als Vater zweier Kinder aus eigener Erfahrung. Die Palette der Taschenbeschwerer reicht vom Walkman über Gameboy bis zu Dinos und Schminkutensilien. Viele Schüler haben aber auch schlichtweg die Sorge, für unerwartete Stundenplanänderungen nicht gerüstet zu sein und schleppen täglich sämtliche Bücher und Hefte mit. "Eltern sollten gerade in den ersten Schuljahren ihr Kind dazu anhalten, den Ranzen jeden Tag neu zu packen und auf überflüssige Dinge zu verzichten", rät Krause.

Beim Kauf von Schulranzen sollten Eltern nach Auskunft des Rückenexperten aus orthopädischen und Sicherheitsgründen folgende Punkte beachten:

  • Eigengewicht: Eine Schultasche sollte ohne Inhalt in den ersten beiden Schuljahren maximal 1.200 Gramm wiegen, später nicht mehr als 1.500 Gramm. Lederranzen sind für Grundschüler zu schwer.
  • Gesamtgewicht: Als Faustregel gilt, dass der bepackte Ranzen nicht mehr als zehn Prozent des eigenen Körpergewichts wiegen sollte.
  • Idealmaß: Der Ranzen sollte hochformatig, nicht wesentlich breiter als die Schulterpartie des Kindes sein und die Oberkante mit den Schultern abschließen. Das Rückenteil sollte ergonomisch geformt sein. Eine Reliefpolsterung verbessert die Druckbelastung und die Trageeigenschaften. In Verbindung mit einem aufgerauten Stoffbezug wird beim Schwitzen das Festkleben am Rücken verhindert. Außerdem verrutscht der Ranzen nicht so leicht.
  • Trageriemen: Die Gurte müssen gut gepolstert, leicht verstellbar und ergonomisch geformt sein. Sie sollten mindestens 4 Zentimeter breit und nicht zu kurz oder zu lang sein. Zu lange Tragegurte verlagern den Schwerpunkt nach hinten. Die untere Taschenkante verursacht dabei Druckstellen im Bereich der Lendenwirbelsäule und begünstigt einen Hohlrücken. Der Gurtabstand darf an der Schulter nicht mehr als 13 cm betragen, damit der Ranzen dicht am Körper getragen werden kann.
  • Sicherheit: Für die Verkehrssicherheit sind an den Vorder- und Seitenteilen reflektierende Flächen wünschenswert.
  • Außentaschen: Um eine Verschmutzung von Schulmaterialien zu vermeiden, ist es optimal, wenn Trinkflasche und Brotdose in Außentaschen untergebracht werden können.
Empfehlenswerte Schultaschen kosten zwischen 70 und 100 EUR. Deutlich billiger sind oft die Vorjahresmodelle.

So gerüstet, steht dem Schulanfang nichts mehr im Weg.


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