Mit dem Kopf durch die Wand

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Kategorie: Kinder, Kindergarten und Schule
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 12. August 2009 12:35 - 12048 Hits

wutWütend mit dem Fuß stampfen, oder sich gleich komplett schreiend auf den Boden werfen. So oder ähnlich kann ein Wutanfall aussehen. Als Eltern steht Ihr dem anfangs erstmal hilflos gegenüber. Die berühmte Trotzphase hat begonnen. Für Dein Kind eine wichtige Entwicklungsphase, für Dich eine nervenaufreibende Zeit.

Foto: Björn Rauscher / pixelio.de

Die Trotzphase beginnt meist zwischen dem 15. und 18. Monat und dauert durchschnittlich 2 Jahre. Den Höhepunkt erreicht sie dabei zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr. In dieser Zeit entwickelt Dein Kind ein Selbstbewusstsein mit eigenen Wünschen und Vorstellungen. Allerdings ist es dabei noch nicht in der Lage, den Sinn von vernünftigem Handeln zu erkennen bzw. es fehlen Geduld und Ausdauer.

Ursachen

Trotzanfälle entstehen aus Frust und Zorn. Das Kind steht unter großen Spannungen. Einerseits hat Dein Nachwuchs in den letzten Monaten viel gelernt, zum Beispiel Laufen und Sprechen. Jetzt wächst der Wunsch die Umwelt zu erkunden, Neues auszuprobieren und seinen Kopf durchzusetzen. Andererseits stößt das Kind dabei immer wieder an Grenzen – an seine eigenen (der Wortschatz ist begrenzt und vieles klappt einfach noch nicht) oder an die Grenzen der Eltern. In solchen Momenten ist Dein Spross von seinen Gefühlen, allen voran Wut und Enttäuschung, überwältigt und reagiert mit einem Trotz- bzw. Wutanfall.

Trotzanfall

  • 1. Phase: Das Kind möchte etwas und schafft es nicht bzw. darf es nicht. 
  • 2. Phase: Das Kind wird wütend. Die Wut zeigt es dann zum Beispiel indem es sich auf den Boden wirft, um sich tritt, mit Gegenständen wirft oder mit den Beinen strampelt. 
  • 3. Phase: Das Kind hat sich ausgetobt, beruhigt sich langsam, ist erschöpft und die Welt ist wieder in Ordnung. 

Umgang mit kleinen Trotzköpfen

  • Bleib ruhig und gelassen, so schwer es auch fällt. 
  • Halte den Trotzanfall aus und bleib bei Deinem Kind. Allerdings solltest Du vermeiden, den kleinen Trotzkopf mitten in seinem Wutausfall beruhigen zu wollen. Das Kind hat in dem Moment seine Gefühle einfach nicht im Griff und Beruhigen funktioniert da nicht. Hast Du keine Kraft bzw. bist Du zu angespannt, dann kannst Du den Trotzkopf auch mal allein lassen. Sprich in der Situation aber mit dem Kind und sag ihm, warum Du jetzt gehen musst „Mir ist Dein Wutanfall heute einfach zu viel“. Nach einigen Minuten kannst Du beginnen Deinen Nachwuchs zu beruhigen, nimm ihn in den Arm und zeig ihm, dass Du ihn trotzdem lieb hast. 
  • Kleine Ablenkungen können eine hilfreiche Strategie sein. 
  • Schimpfe nicht mit Deinem Kind oder bestrafe es gar und lache Dein Kind auf keinen Fall aus. Dein Kind leidet selbst am meisten unter dem Wutausfall und würde durch eine solche Reaktion nur noch mehr verunsichert.

Tipps

  • Bleib locker und ruhig - so schwer es in manchen Situationen auch fällt- und nimm die Wutanfälle Deines Kindes nicht persönlich. 
  • Dein Nachwuchs hat noch kein Zeitgefühl, deshalb gibt ihm ein regelmäßiger Tagesablauf  wichtige Sicherheit und Struktur. 
  • Kündige Deinem Kind das Ende der Spielzeit und auch das Zubettgehen rechtzeitig an. So kann es sich darauf einstellen und gewöhnt sich gleichzeitig an die Zeiten. 
  • Feste und klare Regeln sind wichtig. Beschränke Dich aber auf nur so viele Verbote wie wirklich nötig sind und versuche Deinem Kind so viel Freiraum wie möglich zu geben. 
  • Lass Dein Kind bestimmte Dinge ausprobieren bzw. selber entscheiden, zum Beispiel Zahnpasta auf die Zahnbürste geben oder einmal in der Woche das Mittagessen bestimmen. 
  • Anordnungen und Wünsche formuliere kurz und knapp – so versteht Dich Dein Kind besser. 
  • Auch bzw. besonders in der Trotzphase braucht Dein Spross Lob, Anerkennung und Zuwendung. 
Und die Gute Nachricht zum Ende  – jede Trotzphase geht vorüber.

Weiterführender Link:
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