Erst Karriere, dann Kind

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Kategorie: Schwangerschaft
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 14. August 2009 10:31 - 14888 Hits

babybauchWas ist im Leben schon normal? Zwar liegt das „klassische“ Schwangerschaftsalter in der Regel zwischen 18 und 30, aber immer mehr Frauen bekommen das 1. Kind mit 35 oder noch später. In dem Fall werden sie als Spätgebärende bezeichnet. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Teilweise fehlt der richtige Partner, teilweise wird nach Schule, Studium erstmal der Karriere die volle Aufmerksamkeit geschenkt und die Familienplanung steht hinten an.

Foto: Alexandra Bucurescu / pixelio.de

Doch dank der modernen Medizin ist es heute kein Problem mehr, mit über 35 ein gesundes Baby zur Welt zu bringen. Allerdings nehmen mit dem Alter der Mutter die Risikofaktoren zu und damit die Gefahr, ein behindertes Kind zu bekommen. Doch die Risiken, die mit einer späten Schwangerschaft verbunden sind, lassen sich vermeiden, wenn Frauen konsequent die Möglichkeiten der Vorsorge nutzen. Worauf Du achten solltest, dass fasst ADEBA.de hier für Dich zusammen:

Risiken

Mit dem Alter der Schwangeren nehmen mögliche Chromosomenstörungen zu. Konkret heißt das, das Baby bekommt entweder zu viel oder zu wenig Erbinformationen. Eine Frau mit 37 trägt ein 6-mal höheres Risiko, ein Kind mit Down Syndrom (Trisomie 21) zu bekommen, als eine 25-Jährige. Deshalb werden Schwangere ab 35 (oder wenn die Elternteile zusammen 70 Jahre bzw. älter sind) auf die Möglichkeiten der so genannten pränatalen Diagnostik hingewiesen. Dabei werden, zum Beispiel mit Hilfe einer Fruchtwasseruntersuchung, mögliche Schäden beim Ungeborenen festgestellt. Allerdings bergen diese Untersuchungen auch Risiken in sich, so kann beispielsweise eine Fehlgeburt ausgelöst werden oder eine Infektion entstehen. Deshalb ist die Untersuchung der Chromosomen keine Pflicht für Dich als werdende Mutter.

Diabetes

Spätgebärende haben ein erhöhtes Risiko während der Schwangerschaft an Diabetes zu erkranken. Das birgt eine zusätzliche Gefahr für das Ungeborene. Denn neben dem Risiko einer Fehlgeburt, besteht ein erhöhtes Risiko für Missbildungen.

  • Symptome

Eine Diabetes, die während der Schwangerschaft auftritt, ist meist eher unauffällig. Die Schwangere fühlt sich wohl und hat keine Beschwerden. Denn die sonst für Diabetes üblichen Symptome, wie verstärktes Wasserlassen, Gewichtsverlust und Durst, kommen nicht vor. Eine Untersuchung per Harnstreifen kann die Schwangerschaftsdiabetes nicht immer wirklich aufdecken. Der Harnzucker kann in der Norm liegen und trotzdem kann die Schwangere Diabetes haben. Mehr Sicherheit soll der so genannte orale Glukosetoleranztest (OGT) bringen. Der wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche empfohlen. Frag Deinen Arzt gezielt nach diesem Test. Zwar übernehmen nur wenige Krankenkassen die Kosten für den Test, aber Du bekommst Gewissheit und kannst mögliche Gefahren von Deinem Ungeborenen abwenden. Es lohnt sich also.

  • Behandlung

Wird bei Dir eine Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, dann ist das kein Grund zur Panik. Während der Schwangerschaft wird die Diabetes mit Insulinspritzen behandelt. Es ist wichtig, dass der Blutzucker gut eingestellt ist und regelmäßig kontrolliert wird. Denn durch einen überhöhten Blutzucker würde das Ungeborene regelrecht mit Zucker „gemästet“ und immens an Gewicht und Größe zulegen, wobei die inneren Organe meist unreifer sind. Es ist möglich, dass die Diabetes auch nach der Entbindung bestehen bleibt bzw. später nochmal auftritt.

Blutdruck

Als Schwangere im fortgeschrittenen Alter besteht ebenfalls verstärkt die Gefahr von Bluthochdruck. Das kann zu Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) führen.

  • Symptome

Bei knapp zehn Prozent der Frauen erhöht sich in der Schwangerschaft der Blutdruck. Das lässt sich gut behandeln. Kritischer wird es, wenn es darüber hinaus zum Ausscheiden von Eiweiß über den Urin und Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) im Körper kommt. Das sind dann ernstzunehmende Hinweise auf eine mögliche Präeklampsie. Präeklampsie kann die Funktion der Plazenta stark beeinträchtigen, was zu Wachstumsstörungen beim Kind führen kann.

  • Ursachen

Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass es sich um eine mütterliche Autoimmunreaktion auf die Schwangerschaft handelt. Auch genetische Veranlagung kann ein möglicher Faktor sein.

  • Behandlung

Ganz wichtig ist eine frühzeitigen Diagnose und dann eine strenge ärztliche Kontrolle. Da die genauen Ursachen nicht bekannt sind, erfolgt eine Therapie der Symptome. Bei leichtem Verlauf wird versucht, auch durch die Vermeidung von Stress, Schonung und viel Ruhe, ein weiteres Ansteigen des Blutdrucks zu verhindern. Eine ausgewogene Ernährung, die besonders reich an Eiweiß sein sollte, ist ebenfalls wichtig. Verschlechtert sich der Zustand des Kindes bzw. schlagen die Therapiemaßnahmen nicht an, muss die Entbindung vorzeitig erfolgen.

Übelkeit

Mehr als die Hälfte aller Schwangeren leiden in den ersten Monaten an Übelkeit. In Verbindung mit Erbrechen ist das allerdings mehr oder weniger normal für eine Schwangerschaft und kein Anlass zur Beunruhigung. Als Trost sei gesagt, meisten legt sich die Übelkeit nach der 14. Woche wieder von selbst.

  • Tipp:

Da die Übelkeit besonders morgens auftritt, kann es helfen im Bett noch vor dem Aufstehe eine Kleinigkeit zu essen. Also stelle Dir einfach abends schon etwas hin, zum Beispiel Zwieback, Knäckebrot oder einen Apfel. Dann mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einnehmen und ausreichend Trinken.

Regelmäßige Vorsorge beim Arzt ist  für alle Schwangeren wichtig. Doch besonders als Frau über 35 solltest Du die ärztliche Vorsorge besonders ernst nehmen, denn so können mögliche Vorzeichen rechzeitig erkannt und wirksam behandelt werden.   

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