Ja, wie soll ich mein Kind bloß bekommen?

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Kategorie: Schwangerschaft
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 17. August 2009 13:07 - 15071 Hits

babyNicht nur für den Ort, sondern auch für die Art und Weise der Entbindung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Denn es gibt ganz verschiedene Geburtsarten. Auch hier hat sich adeba.de für Dich erkundigt und stellt Dir die unterschiedlichen Geburtsarten kurz vor.

Foto: Renate Tröße / pixelio.de

Natürliche Geburt

Eine Geburt ist etwas Natürliches und bedarf in der Regel keiner technischen Hilfsmittel. Deshalb geht der Trend immer mehr zum natürlichen Geburtsvorgang. Das heißt, in den verschiedenen Geburtsphasen wird Dein Körper beispielsweise durch einen Geburtshocker oder ein warmes Bad unterstützt. Auch in der Eröffnungsphase kannst Du Dich weiter frei bewegen und eine für Dich angenehme Position wählen, also Deiner Intuition folgend kannst Du dann stehend, liegend, im Wasser oder mit einem anderen Hilfsmittel entbinden. Für Dich kannst es sehr hilfreich sein, wenn Du selber entscheiden kannst, wie Du entbinden möchtest. Denn in einer entspannten und angstfreien Atmosphäre lässt sich die Entbindung leichter bewältigen.

Wassergeburt

In Geburtshäusern und auch Krankenhäusern gibt es zunehmend die Möglichkeit, im Wasser zu entbinden. Für Dich als Gebärende ist das eine sanfte und schmerzlindernde Form der Entbindung, denn das warme Wasser wirkt entspannend und krampflösend. Auch wird der Beckenboden durch das warme Wasser elastisch und dadurch kommt es nicht so häufig zu Dammverletzungen. Deinem Kind kann bei der Wassergeburt nichts passieren. Die Angst es könnte zum Beispiel ertrinken ist unbegründet, denn das Neugeborene besitzt einen natürlichen Tauchreflex. Verläuft Deine Schwangerschaft normal, dann spricht nichts gegen eine Wassergeburt. Dabei werden die Herztöne des Kindes regelmäßig kontrolliert und Du kannst im Wasser die Dir am angenehmste Positionen wählen, also liegen, hocken oder im Vierfüßlerstand entbinden.

Kaiserschnitt

Muss Dein Säugling auf dem operativen Weg entbunden werden, spricht man von einem Kaiserschnitt (medizinisch Sectio). Hierfür wird ein kleiner Querschnitt am Unterbauch an der Schamhaargrenze durchgeführt und Dein Neugeborenes durch den Bauch aus der Gebärmutter herausgehoben. Die Zahl der Kaiserschnitte ist in Deutschland stark angestiegen und mittlerweile kommen gut ein Drittel der Säuglinge per Kaiserschnitt zur Welt.

Gründe für einen Kaiserschnitt

Bereits vor der Geburt kann es Gründe geben, die für einen Kaiserschnitt sprechen, so sind das zum Beispiel

  • es ist eine Mehrlingsgeburt 
  • das Ungeborene ist krank oder befindet sich in einer für die Geburt ungünstigen Lage 
  • das Becken der Mutter ist zu eng oder die Gebärmutter ist bereits einmal operiert worden 
  • eine Erkrankung der Mutter lässt eine vaginale Geburt nicht zu 
  • die Plazenta liegt teilweise oder sogar ganz vor dem Muttermund 
  • die Mutter ist mit HIV oder einer anderen Infektionskrankheit infiziert und es soll verhindert werden, dass sich der Säugling während der Geburt ansteckt 

Auch wenn ursprünglich eine vaginale Geburt geplant ist, so können bestimmte Gründe für einen ungeplanten Kaiserschnitt sprechen

  • der Kopf des Kindes passt nicht durch das Becken der Mutter 
  • die Plazenta löst sich ab 
  • der Geburtsvorgang dauert sehr lange an und die Mutter ist sehr erschöpft 
  • das Kind leidet unter Sauerstoffmangel, z.B. weil sich die Nabelschnur um den Hals geschlungen hat 
  • die Herztöne des Kindes verschlechtern sich 
  • nach einem Blasensprung besteht die Gefahr einer aufsteigenden Infektion 
  • die Mutter hat Fieber 

Ein Grund für die Zunahme von Kaiserschnittentbindungen ist auch, dass viele Frauen einen „Wunschkaiserschnitt“möchten, das heißt einen Kaiserschnitt ohne medizinische Notwendigkeit. Auch die Zunahme von Risikoschwangerschaften steigt und bedingt dadurch ist eine Zunahme von Kaiserschnitten. Ein Großteil der Kaiserschnitte wird ohne Vollnarkose und mit einer Periduralanästhesie (PDA) durchgeführt. Das heißt, Du als Mutter bleibst wach und kannst hinter einem Tuch auf Dein Neugeborenes warten. Der Kaiserschnitt ist ein Eingriff mit wenigen Risiken, aber es handelt sich um einen operativen Eingriff und damit verbunden sind die allgemeinen Risiken einer OP, wie zum Beispiel Thrombose oder Embolie. Darüber hinaus gibt es nach dem Kaiserschnitt eine Schnittwunde, die Schmerzen verursacht und abheilen muss. Auch ist nach einem Kaiserschnitt die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch zukünftige Geburten mittels Kaiserschnitt entbunden werden müssen.

Zangengeburt

Wenn eine vaginale Geburt mit Hilfe einer Geburtszange durchgeführt wird, dann spricht man von einer Zangengeburt. Die Zange besteht aus zwei Löffeln, die nacheinander in die Scheide eingeführt werden, dort den Kopf des Ungeborenen umfassen und dann das Baby vorsichtig aus der Gebärmutter herausziehen. Zum Einsatz kommt die Geburtszange beispielsweise, wenn die Frau aufgrund einer körperlichen Einschränkung bzw. aus Erschöpfung nicht ausreichend pressen kann. Auch wenn sich die Herztöne des Kindes während der Austreibungsphase verschlechtern, kann die Zange zum Einsatz kommen. Damit die Geburtszange verwendet werden kann, ist ein Dammschnitt und eine lokale Betäubung erforderlich. Die Zange wird in der modernen Geburtshilfe nur noch relativ selten verwendet.

Saugglockengeburt

Bei der Saugglockengeburt (medizinisch auch Vakuumextraktion) handelt es sich um die am häufigsten durchgeführte vaginal-operative Entbindungsmethode. Dabei zieht der Arzt den Kopf des Ungeborenen mittels einer Vakuumglocke aus dem Geburtskanal, um den ins Stocken geratene Geburtsvorgang zu beschleunigen. Die Saugglocke kommt dann zum Einsatz, wenn die Mutter aus Erschöpfung oder anderen Gründen nicht ausreichend pressen kann. Auch bei der Saugglocke ist meistens ein Dammschnitt und eine lokale Betäubung nötig. Nach der Geburt hat das Neugeborene eine Geschwulst am Kopf und der Kopf sieht oft länglich verformt aus. Allerdings bildet sich Verformung und Geschwulst meist innerhalb der ersten Woche zurück.

Gut informiert und Deinem Gefühl folgend, kannst Du Dich nun für die für Dich beste Geburtsart entscheiden. 


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