Mama, ich hab Angst!

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Kategorie: Kinder, Kindergarten und Schule
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 24. August 2009 09:34 - 12889 Hits

schattenbildWir kennen es alle – das Herz rast, die Hände werden feucht, die Knie weich und der Atem geht schneller. Angst. Das Gefühl der Angst kann in ganz unterschiedlichen Situationen über uns kommen. Dabei stellt Angst einen ganz natürlichen Schutz dar, und ist uns Menschen angeboren. Deshalb kennen bereits Kinder das Gefühl der Angst. Adeba.de hat Formen und Ursachen von Kinderängsten und Tipps, wie Du Deinem Nachwuchs helfen kannst, zusammengestellt.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Die meisten Ängste sind ganz normale Begleiterscheinungen in der Entwicklung Deines Kindes. Das heißt, in den verschiedenen Entwicklungsphasen ist Dein Nachwuchs mit unterschiedlichen Ängsten konfrontiert.

Angst im ersten Lebensjahr

Ängste begleiten uns Menschen von Geburt an, allerdings differenzieren sich die verschiedenen Ängste im Laufe der Zeit. Die ersten Ängste die Dein Kind durchlebt sind „Trennungs- und Verlustängste“. So wird Dein Nachwuchs wahrscheinlich zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat die ersten Furchtreaktionen zeigen. Kurze Zeit später beginnt Dein Spross zwischen „fremd“ und „vertraut“ zu unterscheiden – die Fremdelphase beginnt. Auch das ist eine Form der Angst. Ebenfalls im ersten Lebensjahr kann Angst vor der Dunkelheit auftreten, ebenso kann Dein Kind auf laute Geräusche, Schmerz und auf sich sehr schnell bewegende Gegenstände mit Panik reagieren. Haben Kinder Angst zeigen sie das zum Beispiel durch lautes Schreien, Abwenden des Gesichtes oder Festklammern an der Bezugsperson.

Tipp:

  • Nimm die Ängste Deines Kindes unbedingt ernst. 
  • Versuche mit körperlicher Nähe und Zuwendung Dein Kind zu beruhigen und ihm dadurch auch ein Gefühl von Sicherheit zu geben. 

Angst im zweiten Lebensjahr

Im zweiten Lebensjahr treten neben der Angst vor Dunkelheit auch oft Angst vor Alpträumen, bestimmten Tieren, unbekannten Situationen oder Personen und Angst vor dem Tod auf. Dein Kind wird zwar weiterhin Reaktionen der Angst, wie zum Beispiel Schreien, Weglaufen und das Suchen Deiner Nähe zeigen, aber gleichzeitig beginnt Dein Kind  gezielt die Angstreize zu vermeiden bzw. die Angstreaktion zu unterdrücken. Zum Beispiel, indem es vorgibt keine Angst zu haben, obwohl Gesichtsausdruck und Körpersprache darauf schließen lassen, dass Dein Spross Angst hat.

Tipp:

  • Beobachte Dein Kind genau. 
  • Mach Dich auf keinen Fall lächerlich über Dein Kind und vermeide Aussprüche wie „Das ist doch kein Grund zum Angsthaben“ oder „Ist doch gar nichts passiert!“. 
  • Sprich mit Deinem Kind und versuche kindgerecht die Angstauslösende Situation zu erklären, das nimmt Deinem Kind die Unsicherheit. 

Angst im vierten und fünften Lebensjahr

Ab dem Alter von drei Jahren kann bei Deinem Kind Angst vor unbekannten Menschen, Einbrechern, bösen Menschen und Tieren auftreten. Auch kann sich nun Dein Kind vor bestimmten Figuren aus Filmen oder Büchern fürchten. Grund ist oft, dass es für das Kleine nicht möglich ist, zwischen Film/Buch und Realität zu unterscheiden. Möglich ist weiterhin, dass Dein Nachwuchs nun regelrecht von bösen Träumen und Phantasien verfolgt wird, zum Beispiel, dass jemand unter dem Bett ist oder Furcht vor dem Keller.Verstärkt reagiert das Kleinkind nun mit Angst auch auf Anzeichen von Furcht bei andere Personen.

Tipp:

  • Sei sensibel gegenüber Deinem Kind und dessen Ängsten. 
  • Sprich ganz offen mit Deinem Nachwuchs über dessen Ängste. 
  • Ignoriere die Ängste nicht, aber dramatisiere sie auch nicht. 
  • Gibt Deinem Kind zum Beispiel mit festen Ritualen, wie einer fröhlichen Guten Nacht Geschichte, Sicherheit und beuge so möglichen Ängsten vor. 
  • Suche Filme und auch Bücher genau aus. Achte darauf, dass es sich um altersgerechte Filme bzw. Bücher handelt und bleib bei Deinem Kind, sodass Du auf Fragen direkt eingehen kannst. 
  • Besser als Worte sind jedoch Gesten der Zuwendung und Annahme, also schenk Deinem Kind eine Umarmung und körperliche Nähe – das vermittelt das wichtige Gefühl von Sicherheit. 
  • Bücher mit dem Thema Angst können Deinem Kind ebenfalls helfen. Sie können  Anstoß für ein Gespräch über bestehende Ängste sein, bestimmten Ängsten vorbeugen oder auch das Selbstwertgefühl Deines Kindes stärken. 

Weitere Angstformen

  • Gewissensangst 
Sobald Dein Kind einen Gewissen Grad an Selbstständigkeit erlangt hat und scheinbar die Zuneigung von den Eltern verlieren könnte bzw. bestrafte werden könnte, erlebt es „Gewissensbisse“. 
  • Kastrationsangst 

Dein Kind erkennt nun die Verletzlichkeit seines eigenen Körpers und das löst Angst aus.

  • Angst vor Liebesverlust. 
Bei der Geburt von Geschwistern kann Dein Kind mit Angst vor Liebesverlust reagieren. 
  • Umweltangst 
Vieles von dem, was um Dein Kind herum passiert, versteht es nicht und das erregt Angst, zum Beispiel unbekannte Geräusche, Umzug etc. Nach und nach erst begreift es bestimmte Vorgänge und seine Umwelt besser und die Ängste lassen nach. 
  •  Sozialisationsangst 
Diese Form der Angst tritt häufig im Kindergarten- bzw. Schulalter auf. Dabei fürchtet sich Dein Kind vor dem Zusammensein mit vielen fremden Personen, anderen Kindern, der Erzieherin oder Lehrerin. Dabei haben Kinder vor allem Angst ausgelacht zu werden beziehungsweise zurechtgewiesen zu werden. 

  • Realangst

Voraussetzung ist, dass sich das Kind bereits mit konkreten Tatsachen auseinandersetzen kann, wie zum Beispiel Gewalt, Hunger, Arbeitslosigkeit. Oft wird davon ausgegangen, dass Kinder erst ab dem 9. bzw. 10. Lebensjahr dazu in der Lage sind, allerdings werden heute Kinder schon sehr viel früher mit eben diesen Themen durch die Medien konfrontiert und reagieren teilweise mit Angst. 

Weiterführender Link:
  Bücher zum Thema


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