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Kategorie: Familie
Dieser Artikel wurde eingestellt von: jb
Erstellung am: 26. August 2009 08:52 - 11767 Hits

geschwisterTeilen fällt schwer und Teilen will gelernt sein. Kindern fällt das Teilen dann besonders schwer, wenn es um die Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern geht. So ist das zweite Baby für Euch eine große Freude, für Euer Kind ist es eine riesige Umstellung und fühlt sich auch als Bedrohung an.

Foto:  Torsten Schröder / pixelio.de

Eifersucht ist normal

Bereits die Kleinsten spüren sehr deutlich, wie die Stimmung in der Familie ist und so nehmen sie wahr, wenn Ihr als Eltern Euch auf das neue Baby vorbereitet und voll Vorfreude seid. Allerdings sorgt die neue Situation bei Eurem erstgeborenen Kind für viel Verwirrung. Gab es bisher die ungeteilte Zuwendung, Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern – so muss das nun geteilt werden. Ist das Baby dann erst zu Hause, dreht sich alles um das kleine Geschwisterchen. Das ältere Kind fühlt sich zurückgesetzt und hat Angst, die Liebe der Eltern zu verlieren. Es ist jetzt besonders wichtig, dass Euer älteres Kind spürt und gezeigt bekommt, dass es immer noch geliebt wird von Mama und Papa.

Wie sag ich's meinem Kinde ..

Sobald Du Deine Schwangerschaft öffentlich bekannt gibst, ist es auch an der Zeit, Dein älteres Kind über den Familienzuwachs zu informieren. Sonst fühlt sich Dein Spross schnell ausgeschlossen. Möchtest Du die Schwangerschaft eher nur im kleinen Kreis bekannt geben, dann gilt: „Je jünger Dein Kind, desto später braucht es vom neuen Baby erfahren.“ Einjährige Kinder werden den wachsenden Bauch kaum bemerken, wohingegen ein Dreijähriges schon die Veränderung sehen wird. Bei Kindern bis zu drei Jahren musst Du auch nicht groß Erklären. Es reicht, wenn Du sagst „In Mamas Bauch wächst ein Baby.“.

Mittendrin statt nur dabei

Bezieh Dein älteres Kind schon im Vorfeld mit ein. Ihr könnt beispielsweise gemeinsam Babywäsche sortieren oder das Kinderzimmer herrichten. Gibt es im Umfeld ein Baby, dann kannst Du das zusammen mit Deinem Schatz besuchen. So bekommt Dein Nachwuchs schon einmal Kontakt zu einem Baby und kann sich langsam mit der zukünftigen Situation vertraut machen. Ist Dein Baby auf der Welt, rücken Familie, Bekannte und Freunde zum Besuch an. Dabei dreht sich natürlich erstmal alles um das Neugeborene. Dein älteres Kind fühlt sich dabei schnell vergessen und zurückgesetzt. Eine Hilfe ist, wenn das größere Kind aktiv einbezogen wird, zum Beispiel indem ihm gratuliert wird und auch ein kleines Geschenk mitgebracht wird.

Oasen schaffen für das große Kind

Trotz Babystress ist es wichtig, dass Ihr Euer älteres Kind nicht vergesst und ihm deutlich zeigt, dass es geliebt und wichtig ist. Dafür könnt Ihr zum Beispiel eine feste Zeit am Tag nur für das Erstgeborene reservieren. Die Zeit gehört dann nur Eurem großen Kind. Das tut der Kinderseele besonders gut. Seid geduldig und nachsichtig mit dem Kind, aber versucht dennoch deutlich zu machen, dass das Baby ein vollwertiges Familienmitglied ist, das die Eltern auch lieben und das Zeit und Aufmerksamkeit braucht.

Wir sind eine Familie

Bezieh Dein Kind in die Babypflege mit ein. Dadurch fühlt sich Dein großes Kind wichtig und das Verantwortungsgefühl für das Geschwisterchen wächst. Also, übertrage kleine Aufgaben beim Baden, Wickeln oder Füttern dem großen Geschwisterkind. Reagiert das ältere Kind genervt auf das Weinen des Babys, dann erkläre ihm, dass ein Baby nur dadurch auf sich aufmerksam machen kann. Wichtig ist allerdings, dass das große Kind nachts nicht durch das Baby gestört wird, es braucht also ein eigenes ruhiges Zimmer. Beim Stillen ist es gut, wenn Du Dein älteres Kind mit dazuholst, es kann zum Beispiel mit Dir kuscheln oder sich ein Buch anschauen. So fühlt sich das Kind nicht ausgeschlossen.

Sprich mit mir

Versuche mit Deinem Nachwuchs offen zu sprechen. Du kannst ihn also auch direkt auf die Eifersucht ansprechen: „Du bist bestimmt manchmal traurig, dass ich jetzt weniger Zeit für Dich habe.“, damit nimmst Du einmal den Druck von Deinem Kind und zeigst ihm gleichzeitig, dass Du es verstehst und wahrnimmst. Reagiert Dein Kind mal aggressiv auf das Baby – dann bleib ruhig. Mach Deinem Kind allerdings deutlich klar, dass so ein Verhalten nicht erlaubt ist.

Sei geduldig und nachsichtig. Dein Kind braucht seine Zeit, um sich an die Veränderung und die neue Familiensituation zu gewöhnen.


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